Zentrale Wasserhaltung

ab 1968

Wasser 1954


Die Wasserhaltung spielte beim Bergbau schon immer eine der wichtigsten Rollen. Der Zufluss von Regenwasser durch Versickerung konnte nicht verhindert werden, war aber durchaus beherrschbar. Die Karte von 1954 zeigt gut die kritischen Bereiche. Die blau umrandeten Zechen waren nach der Gründung der Ruhrkohle AG ab 1968 Standorte von (z.T. temporären) Wasserhaltungen zum Schutz der aktiven Zechen.
Beim Stollenbergbau wurde das Wasser über eine in die Stollensohle eingelassene Rösche abgeführt. Es floss von selbst ab, da Stollen immer leicht ansteigend angelegt wurde - auch zum leichteren Transport der Kohle. Im Ruhrtal kam bei extremem Hochwasser zu Problemen, da die Mundlöcher nur etwas höher angesetzt waren als das übliche Hochwasserniveau. Bei Erbstollen (s.u.) gab es selbstchließende Tore. Problematisch wurde der Abbau unter der Stollensohle im Gesenk. Hier brauchte man Pumpen. Oft reichten einfache Handpumpen, die zusätzliche Arbeiter erforderten. Je nach dem Ertrag der Zeche konnte sich das rechnen. Alle sechs bis neun Meter Teufe in einem schrägen Schacht war eine Pumpe nötig. Ein solcher tonnlägiger Schacht der Zeche Rosendelle in Mülheim hatte im Volksmund die Bezeichnung "99-Pumpenschacht". Hier lag ein Sonderfall vor. Der Sollen wurde von mehreren Zechen gemeinsam betrieben.
Je länger die Stollen wurden, umso schlechter floss das Wasser ab, da die Rösche leicht verschlammte und der Stollen irgendwann in der Unterhaltung zu teuer wurde. Nur ausgemauerte Stollen konnten teilweise auch zu Beginn der Tiefbauphase dauernd genutzt werden. Da wo sie verbrochen waren oder die Förderwege zu lang wurden begann man aus kleinen Schächten zu fördern, die mit dem Abbau wanderten. Hier halfen nur eigene Wasserhaltungen wie bei den späteren Tiefbauzechen. Eine andere Lösung stellten Erbstollen dar. Sie wurden nur mit dem Zweck aufgefahren, das Wasser der über ihrem Niveau gelegenen Zechen gegen eine Gebühr abzuführen. Der Name erklärt sich durch die teilweise jahrzehntelang andauernde Arbeit am Stollen, bis er die Grubenfelder der Zechen erreichte, deren Wasser er lösen sollte. Das Recht auf den damit verbundenen "Erbstollenneuntel" (10% des Verkaufserlöses der Kohle) war daher vererbbar. Die meisten Erbstollen lagen im Ruhrtal.
Bei den Tiefbauzechen sammelte sich das Wasser an der tiefsten Stelle, meistens der Schachtsumpf. In der etwas höher liegenden Pumpenkammer standen die Pumpen, die das Wasser nach über Tage förderten. Gesammelt wurde es in Sumpfstrecken und meistens nachts abgepumpt, da dann die Zechenkraftwerke weniger ausgelastet waren.
Bei der Stilllegung einer Zeche waren benachbarte Zechen durch das Ansteigen des Standwassers bedroht, da es leicht über Klüfte und oft vorhandene Verbindungsstrecken übertreten konnte. Daher blieben schon bei den Stilllegungen in den 1960er Jahre Pumpen weiter in Betrieb. Ein externer von mehreren Zechen finanzierter Pumpbetrieb war günstiger als eine Verstärkung der eigenen Pumpenkapazitäten, da das zusätzlich zur Kohle geförderte Wasser (ein m³ wiegt eine Tonne) Kosten ohne Erlöse bedeutete.
Die ersten Wasserhaltungsschächte wurden Kunstschächte genannt, da hier künstlich mit einer Dampfmaschine das Wasser gefördert wurde. Die Kohle wurde weiter mit Pferdegöpeln gefördert. Erst mit besserer Technik wurden Dampfmaschinen zur Förderung benutzt und noch später zur Seilfahrt. Die ersten Wasserhaltungen bestanden aus der Dampfmaschine mit einem starren Gestänge, das im Schacht bis zur Pumpe reichte. Ein teils riesiger Balancier bewegte das Pumpengestänge. Durch das Gewicht war die Teufe dieser Schächte begrenzt. Oft brach das Gestänge und Zechen soffen ab. Erst die elektrisch betriebenen Pumpen sorgten für die nötigen Kapazitäten und bewirkten den Gang in große Teufen. Dabei wurden auch auf unterschiedlichen Sohlen miteinander verbundene Pumpen eingesetzt. Die letzte Stufe der Entwicklung sind die Tauchpumpen.
Zur historischen Entwicklung folgen hier einige Konstruktionszeichnungen, Übersichten und Fotos.



Stollenquerschnitt mit Wasserseige

Erbstollen im Raum Bochum/Witten

Handpumpe mit zwei Pumpern

Die Dampfmaschine von Watt war als erste ausgereift

Die frühen Dampf- maschinen waren sehr aufwändig

Spätere Maschinen waren kleiner (vor allem der Balancier)

Endzustand (liegende Zylinder), im Einsatz z.T. bis 2018

Pumpenkammer der Zeche Bonifacius im Jahr 1967

Pumpenkammer der Zeche Heinrich im Jahr 1967

Schema der Wasserhaltungen im Jahr 1996

Schema der Wasse- rhaltumg von Robert Müser

Beispiel für Schachteinbauten

Hochtrabende Pläne für den Schacht Concordia 6

Umbauphase Waltrop 1983 noch mit Gerüst über Schacht 2

Funktionsprinzip einer Tauchpumpe

Mit der Gründung der Ruhrkohle AG konnte der gesamte aktive Abbaubereich durch ein System von zentralen Wasserhaltungen geschützt werden. Die Grubenfelder der bisher in Konkurrenz stehenden Gesellschaften standen nun unter einer einheitlichen Verwaltung. Die Einschränkungen durch Markscheiden fielen weg. Der Abbau endete hier bisher, auch wenn das gebaute Flöz ebenso auf der Nachbarzeche anstand. Nur wenn Störungen den Zugang verhinderten oder zu teuer machten wurden randliche Feldstücke an Nachbarzechen verpachtet und von dort aus die Vorräte abgebaut.
Die Lage der Standorte orientiert sich an der Geologie der Lagerstätte. Die ursprünglich flach abgelagerten Schichten wurden gestaucht. Es entstanden Sättel und Mulden, die nach Norden flacher sind. Nach einer Abtragungsphase und Kippung nach Norden wurde der größte Teil von Kreideablagerungen überdeckt (stark wasserführend). Später zerbrach das Gebirge und Teile sanken ab. An den Bruchkanten (Sprunglinien) bildeten sich Gesteinsschichten mit starker Mineralisierung. Die Flöze wurden dabei um z.T. Dutzende Meter versetzt. Da die Zechen hier oft die Suche nach den Flözen aussetzten (die Geologie war längere Zeit nur grob bekannt) waren die Sprünge Barrieren für das Grubenwasser. Die Pumpenstandorte bilden diese Situation im südlichen Ruhrgebiet gut ab. Sie liegen in den Mulden und zwischen den Sprüngen.
Beim Start der Zentralen Wasserhaltung bestanden neben den weiter betriebenen Anlagen die später aufgegebenen der Zechen Hagenbeck, Langenbrahm (Schacht Ludwig 2) und Zweckel/Scholven. Es folgen einige Beispiele für Pumpgemeinschaften. Danach wird das lange bestende System mit acht sog. Wasserprovinzen beschrieben und ein Ausblick auf die Planungen für die nächsten Jahre - Stichwort: Ewigkeitskosten. Bestandteile waren die 15 Zentralwasserhaltungsschächte und über 30 Lotungsschächte (verfüllt, mit Messrohr) zur Überwachung der Standwasserhöhe. Die Werte seit Inbetriebnahme können unter Bürgerinformationsdienst RAG engesehen werden.


Einzelbeispiele

Zweckel
1963 wurde die Verbundzeche Scholven/Zweckel stillgelegt. Hier blieb die Wasserhaltung an den Schächten Zweckel 1/2 weiter als Pumpenanlage in Betrieb. Sie schützte Abbaubereiche der Zechen Bergmannsglück, Hugo und Westerholt vor unkontrollierten Wassereinbrüchen. Die Anlage wurde bis 1995 betrieben und die Schächte danach verfüllt. Drei Pumpen (eine in Betrieb, die anderen als Wartungs-/Reparaturreserve) standen in 854 m Teufe. Dazu kamen noch 1,7 km Strecken. Wegen der damals günstigeren Nachtstromtarife wurde nur nachts gepumpt. Der Schacht 1 dient weiter der Lotung. Beide Fördergerüste sind erhalten. Schacht 2 ist komplett bis auf 703 m verfüllt, Schacht 1 ab 675 m. Im Schacht 1 befindet sich eine Lotungsstelle zur Kontrolle des Standwassers. 1995 lag der Wasserstand bei einer Teufe von 840 m und seit Jahren konstant bei 733 m.

Centrum
Auch die Zeche Centrum schloss 1963. Ihre Abbaubetriebe waren damals die tiefsten in Bochum. Die Übertrittstellen zu den weiter aktiven Nachbarzechen lagen teilweise mehrere hundert Meter höher, wären aber sicher nach einigen Jahren vom Standwasser erreicht worden. Daher blieb die Wasserhaltung noch bis 1973 in Betrieb. Mit der Schließung der Bergwerke Bochum, die den Restkohlenabbau im Bochumer Norden durchführten konnte auch die Wasserhaltung beendet werden. Ende 1973 waren die Schächte Centrum 1 und 7 verfüllt.

Gneisenau
Bei ihrer Stillegung im Jahr 1985 hatte die Zeche Gneisenau zuletzt die Restkohlen der Zeche Victoria in Lünen abgebaut. Das Grubenwasser wäre beim Abstellen der Pumpen in das Feld der Zeche Haus Aden übergetreten. So blieb die Wasserhaltung in 800 m Teufe im Schacht Gneisenau 4 bis 1999 weiter in Betrieb. Das dazu errichtete kleine Strebengerüst blieb erhalten. Es wurde in den Doppelbock von Schacht 4 integriert. Der Schacht Kurl 4 kam für die Wetterführung dazu. Vor dem Abstellen der Pumpen wurde noch eine ca. 16 km lange Wasserstrecke in das Feld Haus Aden ausgebessert. Die 5,8 km bis zum Schacht Kurl 3 wurden mit einem leichten Gefälle bewältigt. Danach ging es auf 1190 m und nach einem Anstieg von 130 m wurde der Anschluss an den Schacht Haus Aden 2 erreicht. Dies wird auch zukünftig einer der Wasserwege bleiben.

Mathias Stinnes
Bei der Reaktivierung von Grubenfeldern im Essener Norden wurde eine neue Wasserhaltung nötig. Dazu wurde der mit einem Betonpfropfen gesicherte Schacht Mathias Stinnes 5 wieder geöffnet. Von 1982 an war er als Wetterschacht für Nordstern neu genutzt worden. Ab 1989 wurde der schon teilweise geöffnete Propfen ganz entfernt und der Schacht ab 220 Metern bis zu einer Teufe von 1000 Metern saniert. Dazu kam eine 4,3 km lange Verbindungsstrecke zur Zentralwasserhaltung am Schacht Zollverein 1/2. Für den Betrieb erhielt der Schacht ein neues Fördergerüst. Da er von Anfang an als temporäre Lösung geplant war gab es nur ein Fördermaschinengebäude und die zeitweilige Pumpstation über Tage. Die gesamte Anlage wurde nach der Einstellung des Abbaus abgeräumt. Sie war bis 1999 in Betrieb und entwässerte Grubenfelder unter Bottrop, Gladbeck und Essen. 2003 wurden das Befahrungsgerüst und die Betriebsgebäude abgerissen. Hier stieg an der Lotung das Standwasser von -918 m im Jahr 2000 auf aktuell -873 m an.

Wehofen
Ein weiteres Beispiel war eine Wasserhaltung, die nach der frühen Stilllegung im Jahr 1926 auf der Zeche Wehofen. Sie wurde eingerichtet, um die südlich gelegenen Abbaubereiche der Zeche Friedrich Thyssen zu schützen. Ab 1933 blieb zunächst das Förderüst von Schacht 1 stehen, da beide Schächte weiter als Luftschächte dienten. Nach 1975 lief die Wasserhaltung zum Schutz der Zeche Walsum weiter. Das Gerüst von Schacht 1 wurde durch ein kleines Befahrungsgerüst ersetzt. Als ein möglicher Abbau in diesem Bereich nicht mehr realistisch war wurden 1993 die noch bestehenden Anlagen abgebrochen. Im Schacht 1 wurde eine Tauchpumpe einbebaut, die das Standwasser hob, nachdem es vorher bis auf das Niveau einer alten Wetterstrecke (-960 m) abgesenkt wurde. Dazu wurde ein Wasserdamm kontrolliert geöffnet. Bei einem Versagen der Pumpe in -984 m rechnete man mit fünf Jahren Zeit, um eine bedrohliche Situation abzuwehren. Das heute gängige Prinzip der Tauchpumpe wurde hier zum ersten mal eingesetzt. Es stammt aus der Erdölindustrie.
Die Pumpe hing in einer 2 m breiten Röhre in der Verfüllsäule, die Steigeleitung hatte einem Meter Durchmesser. Der Vorteil dieser Lösung war zweifach. Die konventionelle Lösung mit Schachtsanierung und dem Einbau neuer Pumpen hätte 18,7 Mio. DM gekostet statt 13,8 Mio DM inklusive aller Abrisskosten. Die laufenden Betriebskosten hätten hätten jährlich 1,3 Mio. DM statt 0,55 Mio DM betragen. Die Einbauzeit ohne Schachtsanierung hätte mit Jahren doppelt so lang gedauert wie die Eröllösung. Die Anlage wurde nach der Stilllegung von Walsum im Jahr 2008 abgebaut.
Die im Schacht eingebaute Lotungsstelle zeigt seit Jahren einen konstanten Stanswasserpegel von -756 m an,

Waltrop
Etwas isoliert war die Wasserhaltung am Schacht 3 der Zeche Waltrop. Hier sollte verhindert werden, das Wasser zur noch weiter laufenden Zeche Minister Achenbach übertrat. Von den tiefsten Abbaubereichen in 1200 m Tiefe durfte es nur bis auf maximal 795 m ansteigen. Dazu wurden drei Pumpen betrieben, die jede Nacht etwa 3000 m³ förderten. Die Stromtarife waren damals nachts niedriger. Von 1979 bis 1993 liefen die Pumpen weiter. In den 1989er Jahren wurden die nun überdimesionierten Fördergerüste durch Befahrungshaspel ersetzt. Nach der Stilllegung von Minister Achenbach konnten die Pumpen abgeschaltete werden. Die Haspel wurden abgerisen und die Schächte verfüllt. Die Lotungsstelle im Schacht 1 zeigt ziemlich konstant einen Pegel von 422 m an.

Fürst Leopold
Die letzte Schutzwasserhaltung befand sich auf der Zeche Fürst Leopold in Dorsten. Hier blieben die Schächte 1/2 mit der Wasserhaltung nach der Stilllegung im Jahr 2010 weiter offen, da unter Tage wassergängige Verbindundungen bis nach Marl bestanden. Dort war noch bis Ende 2016 die Zeche Auguste Victoria in Betrieb. So wurden mögliche Zuflüsse ausgeschlossen. 2017 wurden beide Schächte verfüllt. Der Schacht 1 ist ab 670 m Teufe mit Beton verfüllt, wobei eine Brunnenröhre mit 2,7 m Durchmesser offen blieb. Hier ist zukünftig einer der Sicherungsstandorte. Der Schacht 2 wurde aufbohrbar verfüllt und kann bei Bedarf geöffnet werden. Das Fördergerüst ist erhalten. Die technischen Einrichtungen am Schacht 2 wurden "eingemottet".

Die alte zentrale Wasserhaltung

Das alte Konzept der zentralen Wasserhaltungen bestand aus acht Wasserprovinzen, die sich an den Großmulden der Lagerstätte orientierten. Sie zeichnen diese quasi nach und bilden zwei Reihen mit mehreren Standorten. Aus Sicherheitsgründen war bei den Schächten mit Pumpenkammern unter Tage immer ein zweiter Schacht offen. In einem wurde gepumpt und Seilfahrt zur Wartung der Kreiselpumpen betrieben, der andere war Luftschacht und Rettungsweg mit einem Befahrungshaspel.
Die Einzugsbereiche der alten Standorte sind in den folgenden Karten dargestellt. Beim Standort Heinrich sind die ehemaligen Grubenfelder detaillierter dargestellt, um die historische Entwicklung anzudeuten. Die zuletzt existierenden Zechen sind in fetter Schrift benannt. Die Umrissschrift markiert ältere "geschluckte" Betriebe. Ohne Bedeutung sind die westlichen Grubenfelder, da hier fast nur Stollenbergbau betrieben wurde. Soweit noch Wasser anfällt fließt dieses über Bäche oder direkt in die Ruhr.

Amalie Carolinenglück Concordia Friedlicher Nachbar Hansa
Heinrich Robert Müser Zollverein süd Zollverein nord Fürst Leopold

Die Schächte sind nach in ihrer Lage in den Großmulden des Steinkohlengebirges von Südwest nach Nordost aufgelistet. Die Wassermengen sind Durchschnittswerte. Die Detailangaben werden so weit wie möglich sukzessive ergänzt. Alle Standorte (ausser Friedlicher Nachbar) hatten immer zwei Schächte für die Belüftung der noch offenen Strecken und als Rettungsweg bei Störungen. Beim Start der Zentralen Wasserhaltung waren noch etwa 22 km Strecken vorhanden, teils Verbindungen zwischen den Schächten, überwiegend Sumpfstrecken zum Klären und Zwischenspeichern den zulaufenden Wassers.
Nach dem Abschalten der Pumpen wird das Grubenwasser der meisten Grubenfelder zum Standort Lohberg übertreten. Die Betriebsaufnahme wird etwa um das Jahr 2030 erwartet.

Übersicht Schachtdaten

Schacht mittlere
Förderhöhe
Menge
Mio.m³/a
m³/min Einzugsbe-
reich km²
weitere Infos
Heinrich 3 522 14 - 16 56,4 99 größte Pumpmenge
Holthuser Tal -       Nebenschacht
Friedlicher Nachbar 2 257 6,6 3,37 54 nur Tauchpumpe
Robert Müser (Gustav) 527/560 11,3 18,0 78 Befahrungshaspel
Robert Müser (Arnold) -       Nebenschacht
Hansa 2 -       Befahrungshaspel
Hansa 3 667 0,6 1,6 54 vor 2003 eingestellt
Concordia 2 838 2,2 4,2 95 eingestellt
Concordia 6 -       Nebenschacht
Amalie (Amalie) 974 5,9 11,2 54 eingestellt
Amalie (Marie) -       Befahrungshaspel
Zollverein 2 998       Pumpstandort
Zollverein 12 998 4,6 8,8 253 Gesamtmenge
Carolinenglück 2 -       Nebenschacht
Carolinenglück 3 998/780 5,3 10,1 225 Reservestandort


Heinrich

Heinrich
Der Standort Heinrich hat eine Besonderheit, da er von den nördlichen Mulden geologisch isoliert ist. Es bestehen keine Wasserübertrittstellen. Die Zechen im Einzugsbereich wurden fast alle vor Gründung der RAG stillgelegt. Daher sind die Sicherheitspfeiler zu den Nachbarzechen stehen geblieben. Die letzte Förderanlage im Einzgsbereich (Carl Funke bis 1975) lag isoliert von den potenziellen Betrieben, die für eine Umstrukturierung nötig waren. Mit dem Wegfall der Markscheiden wurde nördlich die hier noch anstehende Kohle abgebaut und ebenso Restvorräte von früheren Konkurrenzzechen. So bestehen ab der Bochumer Mulde überall Wasserübertrittstellen. Das auf Heinrich gepumpte Grubenwasser ist so unbelastet dass es als offiziellle Trinkwasserreserve der Stadt Essen eingestuft wurde. Es stammt aus den schon genannten Grubenfeldern und denen von Langenbrahm und Dahlhauser Tiefbau. Es wird wird direkt in die Ruhr eingeleitet. Seit 1990 wird die Wärme des Grubenwassers (konstant 22°C) zum Beheizen einer Seniorenwohnanlage genutzt. Vom Wärmetauscher aus besteht ein 500 m langes Nahwärmenetz.
Auch hier wird es einen Teilrückbau geben. Bis 2023 sollen die noch offenen Strecken geräumt werden und im Schacht Heinrich 3 eine Tauchpumpe eingebaut werden. Danach wird das Wasser vom alten Niveau von -430 m NN bis 2025 auf -280 m NN ansteigen. Der Wetterschacht Holthuser Tal bleibt als Reservestandort bestehen.

Friedlicher Nachbar

Friedlicher Nachbar
Auf Friedlicher Nachbar blieb der Schacht 2 nach der Stillegung offen. Das nur wenige Jahre alte Turmförderüst wurde nach Zollverein zum Schacht 2 versetzt. Für den Betrieb der hier von Anfang an eingesetzten Tauchpumpe genügt eine kleine Kranbühne. Das Wasser wird direkt in die Ruhr eingeleitet. Durch gelöstes Eisen ist es bräunlich verfärbt, was aber unbedenklich ist. Der Einzugsbereich umfasst zusätzlich die früheren Zechenfelder von Prinz Regent, Dannenbaum, und Engelsburg. Es kann theoretisch auch noch Wasser aus dem Feld der Zeche General dazukommen. Dieses fließt auch heute noch über den Stollen General Nr. 5 direkt in die Kanalisation ab.

Robert Müser

Robert Müser
Der Standort Robert Müser wird aktuell umgebaut. Zukünftig wird das Wasser im Schacht Gustav wird gefördert. Die Schachthalle von Schacht Arnold wird zurückgebaut. Bestehen bleibt die Wärmetauscherstation für die Nahwärmeversorgung. Seit 2012 werden die Willy-Brandt-Gesamtschule, die Von-Waldhaus-Grundschule und die angrenzende Hauptwache der Bochumer Feuerwehr mit 22°C warmem Wasser beliefert (500 m Leitungen). Das massive Fördergerüst bleibt als Denkmal und Landmarke erhalten. Damit es künftig standsicherist begann 2020 die Sanierung. Ursprünglich für 50 Jahre Betrieb geplant hat es schon über 90 Jahre "auf dem Buckel". Nachdem zwei Strebenkonstruktionen neben dem Fördergerst aufgebaut waren wurden mit einem Kran insgesamt acht Doppel-T-Träger so positioniert, dass sie auf den beiden Türmen auflagen. Diese waren jeweils einen Meter hoch und 26 Meter lang mit einem Gewicht von 20 Tonnen. Hydraulische Pressen stellten über eine Spezialkonstruktion den Kontakt zur oberhalb liegenden Seilscheibenbühne her und entlasteten so das bisher tragende Führungsgerüst. Danach konnte die Reparatur durchgeführt werden. Anfang 2021 war der neue Haspel für die Befahrung und Wartung installiert. Er wird für die Rückzugsarbeiten benötigt, da Schacht Gustav zur Brunnenwasserhaltung umgebaut wird. Voraussichtlich 2024 wird der Schacht Arnold wiederaufbohrbar verfüllt und bleibt Reservestandort. Das Wasser wird über den Ölbach in in die Ruhr geleitet. Der Einzugsbereich umfasst auch die früheren Grubenfelder von Mansfeld und Bruchstrasse.

Hansa

Hansa

Der Standort Hansa wurde als erster schon 2014 aufgegeben. Ab 1987 wurde zusätzlich das Wasser aus dem Grubenfeld von Minister Stein abgepumpt. Damit nach der Stilllegung das ansteigende Grubenwasser nicht weiter zur Zeche Minister Achenbach überlief wurde eine Strecke vom Schacht Fürst Hardenberg 2 zum Schacht 3 der Zeche Hansa aufgefahren. Hier befand sich ein Standort der Zentralen Wasserhaltung der DSK. Die Strecke liegt in 778 m Teufe, ist 1865 m lang und fällt im letzten Teilstück auf 821 m ab. So konnte das Wasser ungestört zufließen und mit Tauchpumpen gehoben werden. Die günstigere Lösung mit der Anbindung an die Wasserhaltung auf Gneisenau schied aus, da sie zur Lippe ableitete, deren Salzgehalt schon hoch war. Das frühe Ende dieses Standorts hatte seinen Grund am fehlenden Zufluss aus den Feldern von Germania, Dorstfeld und Oespel. Hier hatte sich allmählich die Fließrichtung in Richtung Carolinenglück geändert. Für den hydromechanischen Abbau wurde die Wasserhaltung vergrößert. Seit der Einstellung stieg das Standwasser von 670 m auf ca. 520 m an.

Concordia

Concordia
Schon 1993 wurde am Standort Concordia ein Rückbau der Gerüste durchgeführt. Der Schacht 2 wurde auf 22 m gestutzt, Schacht 6 auf auf 15 m. Bei starkem Wind vibrierte das Gerüst von Schacht 2 so stark, dass der Betrieb in daneben liegenden Berufskolleg gestört wurde. Das Gerüst von Schacht 6 war nach dem Platzen der unrealistischen Nutzung als Fallschacht überdimensioniert. Schon seit 1990 gab es an der Uni Bremen einen Fallturm mit angeschlossenen Forschungseinrichtungen mit wissenschaftlichem Personal. Dieser Standort fällt zukünftig weg. Der Schacht 6 wird dis Juni 2022 verfüllt und ist danach Lotungsschacht. Schacht 2 wird bis Ende 2022 verfüllte, erhält aber ein Hüllrohr um ggf. eine Tauchpumpe einzuhängen. Es bleibt damit Reservestandort. Zur Wasserprovinz gehörten die Felder von Westende, Beeckerwerth, Neumühl und Alstaden. Das bisher hier gepumpte Wasser wird zukünftig zum Standort Lohberg fließen.

Amalie

Amalie
Der Standort Amalie bleibt zur Sicherung bestehen (Details bei Zollverein). Hier wurde das Grubenwasser aus den Feldern von Rosenblumendelle, Sälzer und Helene gepumpt. Die Grubenwasserhaltung am Standort wird voraussichtlich in der 2. Jahreshälfte 2021 beendet werden. Das Grubenwasser wird rd. ein halbes Jahr später in die Wasserprovinz Zollverein übertreten im Niveau ca. -910 mNN.

Zollverein

ollverein
Der Hauptsicherungsstandort bleibt Zollverein. Hier bestand schon während des aktiven Betriebs eine doppelte Wasserhaltung. Am Schacht 12 floss Wasser von Süden zu aus den Feldern Victoria Mathias, Königin Elisabeth, Katharina, Bonifacius, Dahlbusch und Holland. Dieses Wasser enthält größere Mengen Sulfat durch Oxidation von Pyrit. Am Schacht 2 kam das Wasser von den nördlichen Essener Zechen, den Zechen von Bottrop über Gladbeck und Gelsenkirchen bis nach Recklinghausen und Waltrop. Hier ist Barium aus den Klüften der Querstörungen angereichert. Dieses wurde auch beim Erzabbau freigesetzt wie auf Christian Levin und insbesondere auf Auguste Victoria, wo ein Erzbergwerk bis in die 1950er Jahre bestand (Näheres dazu bei Auguste Victoria). Wenn beide Lösungen aufeinandertreffen fällt Schwerspat (BaSO4) aus. Dieser setzt sich in Pumpen und Leitungen ab und verstopft sie. Daher sind beide Wasserhaltungen durch Dämme voneinander getrennt. Bis 2008 wurde über 30 Jahre lang auf dem Niveau von -998 mNN gepumpt, danach bei -963 mNN. In Zukunft wird das Wasser über Prosper nach Lohberg fließen. Der Mischungsbereich beider Lösungen wird dann im Feld Mathias Stinnes liegen, wo der Schwerspat problemlos ausfallen kann. Falls eine temporäre Betriebsaufnahme nötig wird fällt relativ viel Wasser an. Daher wird eine Kapazität von 22 Mio. m³/a aufrecht gehalten. Das Wasser soll in der Nähe der alten Einleitung in die Emscher aufbereitet und danach über den Förderberg Prosper eingeleitet werden.
Der Übertritt von Grubenwasser in die Wasserprovinz Prosper-Haniel (Wasserhaltung bis zur Stilllegung) über die Erkundungsstrecke zwischen Prosper-Haniel und Möller-Rheinbaben im Niveau von -726 mNN wird im Verlauf des Jahres 2026 erwartet.

Carolinenglück

Carolinenglück
Auf der Anlage Carolinenglück wurde Schacht 3 ab 623 m Teufe mit Beton verfüllt, wobei zwei je 1,4 m messende Hüllrohre für die Tauchpumpen eingebaut wurden. Sie ragen 3,5 m über die Tagesoberfläche und sind mit Gitters verschlossen. So ist die Entlüftung gesichert. Diese Arbeiten fanden 2017 statt. Schacht 2 ist weiter offen. Zukünftig ist hier ein Reservestandort. Die oberirdische Wasserleitung zur Emscher verläuft entlang der Erzbahntrasseund endet nach 8,5 km auf dem Areal der Zeche Pluto. Hier werden Filterbecken zum Ausfällen von Mineralstoffen angelegt. Am Standort wurde zusätzlich das Wasser der Zechen Centrum, Präsident, Königsgrube, Hannover und Hannibal gepumpt.
Im Jahr 2008 gab es im Bereich von Hannover einen Anstieg des Standwassers. Um einen unkontrollierten Übertritt in den Bereich Zollverein durch den Bruch eines Damms zu verhindern wurde eine 650 m lange Bohrung füe eine Rohrverbindung durchgeführt. Sie startete bei -802 mNN und traf den angepeilten Querschlag bei -888 mNN exakt. Danach flossen Wasser täglich ca. 3000 m³ Wasser ab. Die erst 1972 aufgefahrene einzige Verbindungsstrecke zwischen beiden Zechen konnte wahrscheinlich durch einen Streckenbruch im Einzugsbereich nicht das gesamte Standwasser abführen. Ende 2015 wurde die Wasserhaltung von -915 mNN auf -714 mNN angehoben.
Das Grubenwasser wird voraussichtlich ab der 2. Jahreshälfte 2021 nicht mehr abgepumpt. Der Übertritt in die Wasserprovinz Zollverein im Niveau -675 mNN erfolgt voraussichtlich im Jahr 2022 über zwischen den Wasserprovinzen bestehende Wasserwegigkeiten.

Umbau und langfristige Situation

Ab etwa 2010 begann der Umbau der Pumpenanlagen. Die unter Tage stehenden Kreiselpumpen sind nicht so effektiv wie moderne Tauchpumpen. Diese ersetzen nach und nach die alten Anlagen. Dazu werden die bisher noch nötigen Luftschächte als Rettungsweg überflüssig und verfüllt werden. Auch die Befahrunganlagen können wegfallen. Die noch weiter aktiven Pumpschächte werden auf sechs Standorte reduziert und ebenfalls verfüllt. Dabei wird ein Betonpfropfen mit Öffnunngen für die eingehängten Tauchpumpen und eine evtl. Inspektion der offenen Schachtteile eingebaut. Dies soll ein ungehindertes Fließen der Grubenwässer ermöglichen. Dazu sind bei der Stilllegungen der letzten Jahre Wasserstrecken erstellt worden. Teilweise sind dies ältere Strecken, die ertüchtigt wurden. Darin liegen Rohrleitungen mit Trennstellen. Hier sorgen Käfige mit Kiesschüttungen für das Absetzen von Schwebstoffen. Das Wasser soll auch nur bis zu einer Höhe ansteigen, die unter dem Deckgebirge bleibt, damit eine Kontamination der Grundwasserhorizonte ausgeschlossen wird (i.W. durch Salze).
Das Hauptproblem beim dauerhaften Konzept war die Einlagerung von Abfällen wie Filterstäube (Untertagedeponie) in einigen Zechen und der Einsatz von PCB-haltigem Hydrauliköl. Es traten immer wieder Leckagen auf, eine illegale Entsorgung kann nicht 100%ig ausgeschlossen werden. Die Mengen dürften aber sehr gering sein. Ein Gutachten aus dem Jahr 2017 stuft die PCB-Belastung im hochgepumpten Grubenwasser als unbedenklich ein. Damit ist die Voraussetzung zum Umbau auf wenige Pumpstandorte möglich. Das Konzept sieht nur noch sechs Standorte vor, nachdem Prosper als letzte Zeche stilllgelegt wurde. Bis 2035 sollen alle Umbaumaßnahmen abgeschlossen sein.
Es wird nur noch drei größere Pumpstandorte im Bereich der Zechen mit Mergelüberdeckung geben. Walsum für den Bereich Niederrhein, Lohberg für die gesamte Emschermulde, in der die letzten aktiven Zechen lagen. Haus Aden für das östliche Revier. Dazu kommen Sicherungsstandorte für den relativ unwahrscheinlichen Fall, dass Wasserwege unter Tage verbrechen und sich das Grubenwasser aufstaut. Dies ist als prioritärer Standort Zollverein und nachrangig Amalie, Carolinenglück, Fürst Leopold, Auguste Victoria und Neu-Monopol. Dazu wurden aufbohrbare Füllsäulen erstellt.
Im Bereich des Abbaus mit Mergelübereckung kommen die Zuflüsse im Norden überwiegend über die Klüfte der großen Störungenszonen. Dieses Kluftwasser macht fast alle Zuflüsse aus. Sie liegen bei ca. 1 m³/min ab einer Überdeckung von mehr als 400 m. Die südlicheren Mulden haben Zuflüsse durch das stark zerrüttete Deckgebirge, da hier überwiegend in steiler Lagerung abgebaut wurde. Selbst mit Vollversatz gab es starke Bergsenkungen. Hier sind langfristig Zuflüsse von 5 - 10 m³/min zu erwarten.
Die Wasserhaltungen im Süden bleiben unverändert in Betrieb. Durch das fehlende Deckgebirge werden hier weiter starke Zuflüsse durch Regen bestehen. Dies sind Heinrich, Friedlicher Nachbar und Robert Müser. Diese Standorte sind schon oben beschrieben worden. Hier werden Zuflüsse von bis zu 40 m³/min erwartet. Theoretisch wäre die Aufgabe dieser Standorte denkbar. Im Rahmen des Gesamtkonzepts ist dies nicht sinnvoll. Es bestehen viele Verbindungen zu den nördlichen Zechen. Das Standwasser würde dorthin übertreten, doch auf deutlich tieferem Niveau gepumpt werden. Damit entstünden hohe Zusatzkosten da etwa ein Viertel des im mittleren Revier abfallenden Wassers betroffen wäre. So wird es wieter Einleitungen in die Ruhr geben. Diese sind wegen der geringen mineralischen Belastung ökologisch vertretbar.
Die wesentlichen Effekte des neuen Konzepts sind die Entlastung des Rheins und der Lippe. Die Prognosen liegen bei 57,6 Mio. m³ (alt 78,9 m³) und 15,6 Mio. m³ (alt 19,6 m³). Die renaturierte Emscher bleibt unbelastet. Für den Fall einer Reaktivierung einzelner Standorte werden Aufbereitungsflächen für Klärbecken vorgehalten in denen Mineralien nach dem aktuellen Stand der Technik ausgefällt werden. Die mögliche chemische Fällung soll wegen der dabei anfallenden Stoffe nicht zum Zuge kommen, da diese wegen ihrer Giftigkeit auf Sondermülldeponien abgelagert werden müssen.

Wasserpovinz Walsum Wasserpovinz Lohberg Wasserprovinz Haus Aden
Walsum Lohberg Haus Aden

Übersicht Schachtdaten

Schacht mittlere Förderhöhe Menge Mio. m³/a m³/min weitere Infos
Walsum 2 780 ca. 8    
Lohberg 2 680 ca. 35   größter Standort
Hünxe       Nebenschacht
Haus Aden 2 940   41  
Grimberg 2 940     Nebenschacht


Lohberg

Lohberg

Walsum

Haus Aden

In Dorsten wird Fürst Leopold Sicherungsstandort sein (s.o.). Der Schacht 1 ist explosionsfest verschlossen und versiegelt. Bei der Schachtverfüllung wurde weltweit erstmalig das Verfahren der Kletterschalung eingesetzt. Der Schacht 2 wurde zeitgleich aufbohrbar teilverfüllt. Aus 670 Meter Teufe wuchs im Schacht 1 die im Durchmesser 2,7 m breite Brunnenröhre schrittweise alle 48 Stunden um fünf Meter. Dies wurde mit einen speziellen Betongemisch möglich. Die Arbeiten wurden 2019 durchgeführt. Danach wurde die Hilfskonstruktion zur Befahrung von Schacht 2 abgebaut und Schacht 1 mit der Trommelfördermaschine "eingemottet". Damit sind 18 Jahre nach der Stilllegung die letzten Sanierungsarbeiten abgeschlossen. 2021 wurde im erweiterten Technikbereich ein ungewöhnliches Museum eröffnet. Hier wird der Nachlass der Ordensfrau Tisa von der Schulenburg, die eng mit dem Bergbau verbunden war archiviert. Informationen dazu gibt ein Artikel der Dorstener Zeitung Tisa.
Als Sicherungsstandort ist Auguste Victoria vorgesehen. Er wird nur dann aktiviert falls der Wasserweg nach Lohberg ausfällt. Grund sind die Halterner Sande. Sie bilden das Grundwasserreservoir für das nördliche Ruhrgebiet. Hier darf auf keinen Fall ein Kontakt mit Grubenwasser auftreten. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses ist jedoch sehr gering.
Ein weiterer Pumpenstandort wird Haus Aden. Hier war die Wasserhaltung im Schacht 2 nach der Stilllegung im Jahr 2010 weiter in Betrieb, da schon damals der Umbau geplant war. Bis Ende 2019 wurden rd. 11 Mio. m³ jährlich gepumpt. Bis zur Genehmigung des neuen Konzepts ruhten die Arbeiten. Es wurden nur die Strecken für den kontrollierten Zufluss der Grubenwässer aus den Nachbarzechen vorbereitet. Von hier fließen sie zukünftig nach Westen ab. Die Schachtverfüllung begann Ende September 2019 bei einer Teufe von 730 m. Hier wurden erstmalig Hüllröhren mit 1,4 m Durchmesser aus glasfaserverstärktem Kunststoff eingebaut. Ende Januar 2019 waren die Arbeiten abgeschlossen. Die Tauchpumpen sollen erst eingebaut werden, wenn das Standwasser die Schalungsbühne nach Berechnungen etwa im Jahr 2022 erreicht. Damit wird die dann aktuellste Technik eingesetzt. Mit dem Schacht Haus Aden 2 wurde auch gleichzeitig der Schacht Grimberg 2 verfüllt. Er war wegen des riesigen Einzugsbebiet der Wasserhaltung für Wartung und Belüftung notwendig.
Auf der Zeche Lohberg soll das Grubenwasser aller Zechen in der Emschermulde und nördlich davon gehoben werden. Nach einem gemeinsamen Anstieg der auf Prosper-Haniel zugelaufenen Grubenwässer der eingestellten Wasserhaltungen werden diese voraussichtlich im Jahr 2027 im Niveau -806 mNN über bestehende Wasserwegigkeiten übertreten. Erst danach wird der Standort aktiviert, da etwa für 2030 das vorgesehene Niveau von -630 mNN erwartet wird. 2008 erhielten beide Schächte explosionssichere Verschlüsse.
Als wichtige Vorbereitung wurde 2018 eine 2230 m lange Wasserstrecke in das Feld Rheinbaben angelegt. Sie beginnt 50 m neben dem westlichen Querschlag Rheinbaben und endet am Ansatzpunkt des Förderbergs Prosper. Von hier besteht über einen Gesteinsberg die Wasserwegigkeit in des Nordfeld von Prosper und von dort in das Feld von Lohberg. Über den Förderberg soll bei Bedarf Wasser vom reaktivierten Standort Zollverein eingeleitet werden. Ein weiterer zukünftiger Wasserweg wurde 2018 ab der Wasserhaltung am Schacht Franz Haniel 2 ausgebaut, die 4,4 km lange Verbindungsstrecke von Prosper zu Franz Haniel in 1000 m Teufe (seit 1974 Verbundbergwerk). Eine 500 mm starke Rohrleitung wird das Wasser abführen. Sie ist durch Kieskörbe unterbrochen, die Feinschlämme aus der gefluteten Strecke fern halten sollen. Diese werden zu Beginn der Flutung stärker auftreten.
Da der Schacht Hünxe auch in Zukunft als Wasserhaltungsstandort zum Einsatz kommen soll wurde 2019 eine Belüftung eingebaut, da der Anschluss an das Wettersystem von Prosper entfallen ist. Dazu wurden zwei 1200er-Luttentouren eingebaut - jeweils 850 Meter lang. Die Befahrungsanlage wurde umgebaut und eime neue, kleinere Lüfteranlage über Tage aufgebaut. Die Lotung im Schacht zeigt einen kontinuierlichen Anstieg des Standwassers (2009 -1175 m, 2021 -918 m).
Wenn auch das Wasser von Auguste Victoria als letzter Zufluss eintrifft wird die jährliche Pumpleistung bei max. 33,0 Mio. m³ liegen. Die Einleitung in den Rhein ist in Walsum vorgesehen. Dazu wird ein etwa sechs Kilometer lange Rohrleitung gebaut.
Auf der Zeche Walsum wurde des Gerüst von Schacht 2 auf 41,8 m verkürzt. Im oberen Abschnitt befindet sich eine Doppelwinde, die auf 250 t maximale Last ausgelegt ist. Eine Tauchpumpe mit Rohrleitung und dem darin befindlichen Grubenwasser wiegt etwa 230 t. Zwei Pumpen sind in Betrieb, eine dritte steht als Reserve bereit. Die Pumpleistung beträgt jeweils 8 m³/min. Der Umbau erfolgte 2013. Seit 2015 wird hier das Grubenwasser aller linksrheinischen Felder gehoben. Der Umbau kostete etwa 22 Millionen Euro.
Die zentrale Leitwarte für das Wassermanagement wurde 2019 auf dem Gelände der Zeche Pluto eröffnet. Von hier aus werden in Zukunft zusätzlich die Pumpen der Polderanlagen gesteuert und überwacht. Dazu gehören auch die Standorte in Ibbenbüren und im Saarland. Die nötigen Daten werden von Sensoren in den Brunnen- und Lotungsschächten zur Leitwarte übertragen. Bis auf Wartung/Reparaturen läuft der Betrieb vollautomatisch.

Amalie
Zeche Amalie in den 1920er Jahren, links Schacht Marie
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Schacht Amalie im Jahr 1978
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Schacht Amalie im Jahr 2020
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Schacht Amalie im Jahr 2020
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Schacht Marie im Jahr 1978
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Befahrungshaspel mit Lüfter im Jahr 2016
Carolinenglück
Carolinenglück 2/3 im Jahr 1978
Carolinenglück
Carolinenglück 2/3 im Jahr 1978
Carolinenglück
Carolinenglück 2 um das Jahr 1986
Carolinenglück
Carolinenglück 2 im Jahr 2005
Carolinenglück
Carolinenglück 2 im Jahr 2005
Carolinenglück
Carolinenglück 3 um das Jahr 1986
Carolinenglück
Carolinenglück 3 im Jahr 2005
Carolinenglück
Carolinenglück 3 im Jahr 2005
Concordia
Concordia 2/3 im Jahr 1938
Concordia
Concordia 2 im Jahr 2020
Concordia
Concordia 2 im Jahr 2020
Concordia
Concordia 2 im Jahr 2020
Concordia
Concordia 2 im Jahr 2020
Concordia
Concordia 6 im Jahr 1978
Concordia
Concordia 6 im Jahr 2020
Concordia
Concordia 6 im Jahr 2020
Concordia
Concordia 6 im Jahr 2020
Friedlicher Nachbar
Friedlicher Nachbar 2 im Jahr 1960
Friedlicher Nachbar
Friedlicher Nachbar 2 im Jahr 1964
Friedlicher Nachbar
Friedlicher Nachbar 2 im Jahr 2015
Friedlicher Nachbar
Friedlicher Nachbar 2 im Jahr 2015
Friedlicher Nachbar
Friedlicher Nachbar 2 im Jahr 2021
Friedlicher Nachbar
Friedlicher Nachbar 2 im Jahr 2015
Fürst Leopold
Fürst Leopold mit "eingemotteter" Technik
Fürst Leopold
Fürst Leopold Haspel Schacht 1 Haspel mit Lüfter
Fürst Leopold
Fürst Leopold Schacht 2 Sanierung im Jahr 2020
Hansa
Hansa 2/3 im Jahr 1986
Hansa
Hansa 2/3 im Jahr 2020
Hansa
Hansa 2 im Jahr 2020<
Hansa
Hansa 2 im Jahr 2020
Hansa
Hansa 2 im Jahr 2020
Hansa
Hansa 2 im Jahr 2020
Hansa
Hansa 3 im Jahr 2020
Hansa
Hansa 3 im Jahr 2020
Haus Aden
Haus Aden 2 im Jahr 2020
Haus Aden
Haus Aden 2 im Jahr 2020
Heinrich
Heinrich 2/2 in den 1960er Jarhen
Heinrich
Heinrich 3 im Jahr 2013
Heinrich
Heinrich 3 im Jahr 2013
Heinrich
Heinrich 3 im Jahr 2020
Heinrich
Heinrich 3 im Jahr 2020
Heinrich
Schacht Holthuser Tal
Heinrich
Schacht Holthuser Tal

Loherg 1/2 in de 1990er Jahren
Lohberg
Lohberg 1 im Jahr 2020
Lohberg
Lohberg 1 im Jahr 2020
Lohberg
Lohberg 2 im Jahr 2020
Lohberg
Schacht Hünxe im Jahr 2015
Lohberg
Schacht Hünxe im Jahr 2015
Lohberg
Schacht Hünxe im Jahr 2015, umgebaute Schachthalle
Robert Müser
Robert Müser im Jahr 1937
Prosper
Präparierte Strecke von Franz Haniel nach Prosper
Prosper
Schotterpackung in der Wasserleitung
Robert Müser
Robert Müser Schacht Gustav im Jahr 2013
Robert Müser
Robert Müser Schacht Gustav im Jahr 2013
Robert Müser
Robert Müser Schacht Heinrich im Jahr 2020
Robert Müser
Robert Müser Schacht Heinrich im Jahr 2020
Robert Müser
Robert Müser Schacht Heinrich im Jahr 2020
Robert Müser
Robert Müser Schacht Heinrich im Jahr 2021
Robert Müser
Robert Müser Schacht Heinrich im Jahr 2021
Robert Müser
Robert Müser Schacht Heinrich im Jahr 2021
Robert Müser
Robert Müser Nahwärme
Robert Müser
Robert Müser Nahwärme
Robert Müser
Robert Müser Nahwärme
Robert Müser
Robert Müser Wasserauslass
Robert Müser
Robert Müser Wasserauslass
Robert Müser
Robert Müser Wasserauslass
Walsum
Zeche Walsum im Jahr 2020
Walsum
Zeche Walsum im Jahr 2020
Walsum
Zeche Walsum im Jahr 2021
Zollverein
Zollverein Schacht 2 im Jahr 1986
Zollverein
Zollverein Schacht 2 im Jahr 2012
Zollverein
Zollverein Schacht 2 im Jahr 2012
Leitwarte
Leitwarte am Schacht Pluto 7

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