Seilbahnen

Seilbahnen waren in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts im Ruhrgebiet weit verbreitet. Sie kamen aus zwei Gründen zum Einsatz. Sie waren einmal Alternative zu Bahnstrecken, wenn die Topographie oder Infrastruktur deren Bau zu teuer machte. Dies galt besonders im Süden des Ruhrgebiets. Hier gab es auch sehr lange Seilbahnen. Kürzere, deren Stützen versetzt werden konnten gingen meistens zu den Bergehalden. Daneben ersetzten sie untertägige Verbindungsstrecken zwischen zwei Schachtanlagen. Diese Bahnen waren relativ kurz und entfielen, sobald unter Tage Verbindungsstrecken im Rahmen des sich ausbreitenden Abbaubetriebs zur Verfügung standen.
Der Vorteil von Seilbahnen war der geringe Wartungsaufwand und der Antrieb, der nicht sehr leistungsstark sein musste. Die Förderwagen wurden ähnlich wie bei einem Skilift eingehängt. Seltener waren kippbare Gefäße.
Die hier aufgelisteten Bahnen sind nach dem Alphabeth sortiert. Die Übersicht zeigt recht gut den Einsatz besonders im südlichen Revier, was direkt mit der Topographie zusammenhängt. Es können Bahnen, die nur kurz existierten fehlen, da mir als Quelle i.w. die beiden Kartensätze von 1892 und 1926 vorliegen. Spätere Ergänzungen sind daher möglich.
Hier folgen einige Beispiele von Werbung für Seilbahnen und Zubehör aus den 1920er Jahren und eine Werbung von 1888.

Seilbahn Seilbahn Seilbahn Seilbahn

Da Seilbahnen im Ruhrgebiet relativ spät eingesetzt wurden gab es hier keine Prokuktionsfirma. Die beiden Marktführer sassen in Leipzig und Köln.
Die erste Seilbahn wurde nach dem System des Bergassessors von Dücker gebaut. Sie hatte den Nachteil der Führung auf Rundeisen und war insgesamt relativ primitiv. Die Ingenieure Otto und Bleichert verbesserten das Prinzip zur seilgeführten Bahn, die einfacher zu bauen war und deutlich bedienungsfreundlicher. Beide trennten sich 1876. Bleichert blieb in Leipzig und richtete sich auf die ostdeutschen Erz- und Kohlenreviere aus.
Otto verkaufte seine Patente an Pohlig (ursprünglich Generalvertreter). Die Firma Pohlig hatte ihre Wurzeln im Siegerland (Erzbergbau). Das Stammwerk lag in Betzdorf. Die erste Bahn wurde 1879 in Eiserfeld bei Siegen gebaut. Als in großem Stil der Braunkohleabbau bei Köln begann enstand hier der Hauptsitz der Firma. Durch die Nähe zum Ruhrgebiet wurden die Zechen zu einem neuen Absatzmarkt.
Ein dritter Betrieb (Mackensen) lag im Helmstedter Braunkohlenbezirk. Er scheint nur lokal tätig gewesen zu sein.
Wie die meisten Bergbauzulieferer existieren alle Betriebe heute nicht mehr oder wurden in andere Unternehmen integriert. Besonders aktiv war die Firma Bleichert aus Leipzig kurz nach 1880. Damals baute sie mehrere Anlagen im Ruhrgebiet (Colonia, Mont Cenis, Pauline). Danach wurde Pohlig zum immer stärkeren Konkurrenten. 1907 ging beispielsweise eine 12780 m lange Seilbahn von einer Erzgrube in Lothringen zum Hüttenwerk Differdingen in Luxemburg in Betrieb.
Später bauten beide Firmen verstärkt Personenbahnen (z.B. Pohlig auf dem Zuckerhut in Rio de Janeiro 1911). Bis zum 1. Weltkrieg waren sie weltweit tätig. Im Krieg wurden Dutzende einfacher Seilbahnen in den Alpen zur Versorgung der Truppen und der Bergung Verletzter oder Gefallener gebaut. Die Frontlinie bildeten oft die Bergkämme. Ohne Seilbahnen gabe es nur Pferde oder Esel als Transportmittel. Durch den Krieg gingen die meisten Geschäftskontakte verloren und andere Firmen besetzten die Lücke. Neben den Seilbahnen gehörten Förderanlagen, Fördermittel und Verladestationen unterschiedlichster Art und Größe zum Firmenprogramm.


Die im Folgenden beschriebenen Seilbahnnen wurden überwiegend vor dem 2. Weltkrieg betrieben. Die meisten konnten durch Schienenverbindungen ersetzt werden oder wurden durch Betriebsverbünde unter Tage überflüssig. Die Haldenseilbahnen blieben meistens bis zur Stilllegung in Betrieb. Die Seilbahnen sind (soweit schon vorhanden) bei den Beschreibungen der Schachtanlagen berücksichtigt.


Alte Haase
Die längste Seilbahn südlich der Ruhr war die von Alte Haase. Sie führte von Sprockhövel zum Gemeinschaftskraftwerk in Hattingen. Beide gehörten zum VEW. Mit der Bahn sollte die Kohleversorgung des Kraftwerks gesichert werden und gleichzeitig der Betrieb von Alte Haase, die sonst nur Hausbrandkohle abbaute. Die Anlieferung wäre über die bestehende Bahnlinie möglich gewesen. Diese war nur eingleisig und zusätzlich wären Umladestationen nötig geworden. Auch der Transport von Kraftwerksasche als Material zum Versatz der überwiegend steilen Abbaubaubetriebe von Alte Haase war damit viel einfacher. Daher gab es Kippbehälter, die in diesem Fall rationeller waren.

Auguste Victoria
Die Zeche Auguste Victoria begann in dem 2. Weltkrieg mit der Anschüttung einer zentralen Bergehalde. Sie wurde in einem Waldstück angelegt. Einzig praktikable Lösung war der Bergetransport mit einer Seilbahn. Zuerst wurden mehrere kleine Kegelstumpfhalden in einer Reihe gekippt und miteinander verbunden. Später entstand die aktuelle Halde als Landschaftsbauwerk. Das Anfahren der Berge mit LKWs machte die Seilbahn überflüssig.

Asseln
Die Zeche Asseln (später Kurl) in Dortmund war an das Seilbahnnetz der Harpener Bergbau AG angebunden. Der zentrale Standort war die Halde der Zeche Schleswig. Hier wurden auch Schlacken von Hochöfen des Hörder Vereins über die Schiene angeliefert. Nach Inbetriebnahme der Seilbahn 1904 wurden die Schlacken über sog. Füllrümpfe direkt in Kohlewagen verladen. Dabei wurde zu grobes Material zurückgehalten oder teilweise zerkleinert. Reichte die Schlacke nicht aus wurde Material der Halde genutzt. Dies erledigte ein elektrischer Bagger, der über einer Zubringerbahn für die Förderwagen montiert war.
Die Seilbahn zur Zeche Kurl war 4610 m lang und hatte ein Gefälle von 22,3 m von der Halde zur Zeche. Sie wurde in einem leichten Bogen mit einem Radius von 20 km ausgeführt, um teure Winkelstationen zu vermeiden. Gleichzeitig konnten einige private Grundstücke umfahren werden. Eine weitere Seilbahn von 3970 m Länge führte ab 1907 zur Zeche Scharnhorst und hatte ein Gefälle von 22,5 m. Der von dort zur Zeche Gneisenau verlaufenden Ast diente auch zum Transport von Feinkohle für die Kokerei. Er war nur kurze Zeit in Betrieb. Insgesamt war die Seilbahn nach dem Bleichertschen System die längste im Ruhrgebiet. Auf beiden Ästen verkehrten täglich bis zu 1000 Wagen. Die Bahn wurde überflüssig mit der Stilllegung von Kurl und Scharnhorst im Jahr 1931.

>Bonifacius
Eine kurze Bahn für den Transport von Kohle zur Aufbereitung bestand auf der Zeche Bonifacius in Essen. In der Regel wurde auch in späteren Luftschächten anfangs Kohle gefördert oder eine Notförderung bereit gehalten. Dies gilt nur für die ersten Zechen, die ab 1850 weiter nach Norden vordrangen. Bonifacius hatte eine Seilbahn zwischen der Anlage 1/2 und Schacht 3.

Carl Friedrich
Die Zeche Carl Friedrich lag oberhalb eines Taleinschnitts. Daher wurde der Platz für die Betriebsanlagen mit der Zeit sehr knapp. Im Taleinschnitt wurde die Zechenhalde aufgeschüttet. Auf dem oberen flachen Teil lag der Holzplatz der Zeche. Ein Foto von 1910 zeigt eine Seilbahn, die offensichtlich für den Bergetransport von der Kohlewäsche zur Halde diente.

Carolinenglück
Die Seilbahn der Zeche Carolinenglück in Bochum war typisch für eine im Verbund mit der Stahlindustrie. Von der Kokerei führte sie bis an die Hochöfen des Bochumer Vereins. Zurück kam Hochofenschlacke als Versatzmaterial. Damit konnte die Schlackenhalde kleiner ausfallen. Als die Hochöfen stillgelegt wurden bedeutete dies das Aus für Carolinenglück. Die Kokerei hätte weiter betrieben werden können, aber es fehlte eine Umladestation für den Bahntransport. Ein Neubau oder der Umbau der bestehenden Anlage wäre zu teuer geworden.

Mansfeld
Bei der Zeche Colonia (später Mansfeld) in Bochum gab es gleich drei Bahnen. Die erste diente dem Transport der Kohle zur Verladung an der Bahnstrecke Bochum-Dortmund. Der Zechenbahnanschluss verlief dafür zu ungünstig über eine Nebenstrecke. Sie wurde 1882 von Bleichert gebaut, ebenso eine weitere die ab 1920 zur Schachtanlage 5 lief. Ihr Baufeld lag weit entfernt und hatte unter Tage keine Anbindung an die Hauptanlage 1/4. Der Standort lag zudem verkehrsfern. Von ihm gab es eine dritte Bahn zum Klärwerk am Ölbach. Hier fielen ab 1928 große Mengen Klärschlamm an, da mehrere Zechen am Oberlauf ihr Schmutzwasser einleiteten. Darin befanden sich Kohlenstaub und Gesteinsgrus. Diese Mischung war ideal für den Bergeversatz.

Constantin
Die Zeche Constantin der Große hatte zwischen Schacht 1 und Schacht 6/7 zeitweilig eine Seilbahn. Sie war 1,6 km lang und überwand 50 Höhenmeter. Sie transportierte Kohle von Schacht 7 zur Aufbereitung am Schacht 1 und umgekehrt Bergematerial zum Schacht 7. Die Geschwindigkeit betrug 2 m/sec. Mit den Ausbau von Schacht 6/7 zur Zentralförderanlage wurde sie überflüssig.
Eine weitere Seilbahn bestand zwischen Schacht 4/5 und Schacht 10. Betrieblich waren beide ab 1931 eine Einheit mit der Bergehalde am Schacht 4/5.

Dahlbusch
Die Gelsenkirchener Zeche Dahlbusch war schnell von Industrie- und Siedlungsflächen umgeben. Hier war die Seilbahn als Transportmittel am günstigsten, obwohl unter Tage alle Schachtanlagen miteinander verbunden waren. Die Strecke zwischen der Kokerei am Schacht 3/4/6 und der Kohlenwäsche/Verladung am Förderschacht 8 war relativ kurz. Hier wurden die Kohlesorten für die Koksöfen gemischt.

Dannenbaum
Die Seilbahn der Zeche Dannenbaum zwischen Dannenbaum I und II mit der späteren Verlängerung zur Anlage Prinz-Regent verlief etwa 60% parallel zur bestehenden Verbindungsbahn. Hier standen Sicherheitsinteressen im Vordergrund. Beim Bau waren noch nicht alle Schächte sicher ausgemauert, sondern hatten teilweise den alten Holzausbau. Für die Versorgung der Kokerei Prinz-Regent bei möglichen Problemen war eine Seilbahn die günstigste Lösung. Hier konnte sogar eine nicht mehr benötigte "recyclet" werden. Sie verband Hasenwinkel und Marianne.
Eine kürzere Bahn verband die übernommene Zeche Eulenbaum mit Dannenbaum I solange dort noch ein eigenständiger Abbaubetrieb bestand. Sie entfiel mit dem Anschluss unter Tage. Hier gabe eine besondere Kurvenstation. Sie lag auf der Bergehalde. Um dort Wagen be- und entladen zu können gab es eine dritte Hängeschiene zum ein- und Ausfädeln der Wagen.

Dorstfeld
Die Zeche Dorstfeld in Dortmund betrieb zwei Seilbahnen. Eine bestand zwischen den Anlagen 2/3 und 5/6. Die Anlage 5/6 hatte keine separate Aufbereitung und die Rohkohle ging längere Zeit zur Aufbereitung am Schacht 2/3. Sie wurde 1927/28 gebaut und bis 1958 noch für Materialtransport benutzt (abgerissen 1962).
Von der Anlage 1/4 überquerte eine zweite Seilbahn die umfangreichen Gleisanlagen im Bereich Dorstfeld. Nördlich davon lag die Zechenhalde. Von der recht hohen Bahn aus wurden mehrere Spitzkegel aufgeschüttet, die heute noch teilweise erhalten sind und wegen ihrer Seltenheit unter Schutz stehen. Gebaut wurde die Bahn 1909 um das beim Abteufen von Schacht 4 anfallende Material vom Zechengelände weg zu transportieren. Sie wurde noch bis in die 1920er Jahre weiter betrieben.

Friedlicher Nachbar
Die Zeche Friedlicher Nachbar in Bochum betrieb eine Seilbahn zur Henrichshütte. Zwischen beiden Anlagen fließt die Ruhr. Die Anbindung mit einem Eisenbahngleis hätte eine Brücke erfordert bzw. einen riesigen Umweg. Wie bei Carolinenglück kam von der Hütte Material (Schlacke/Gießereisand) für den Bergeversatz. So benötigte die Hütte keine eigene Deponie und die Zeche, die in einem Tal lag sparte Platz bei der Zwischenlagerung von Versatzmaterial auf ihrer Halde.
Eine weitere Seilbahn mit 1,2 km Länge und 82 m Höhenunterschied bestand zum Luftschacht Ostholz, wo sie zum Versatz benötigt wurden. Die Seilbahnwagen wurden automatisch entleert und ihr Inhalt in Grubenwagen gefüllt. Wegen der Entladestation lief die Bahn mit nur 1 m/sec und sie bedingte auch die sonst nicht übliche Entfernung der Tragseile von 4 m voneinander.
Eine dritte kurze Seilbahn lief nur wenig über das Zechengelände hinaus zur Halde von Schacht 1 und war von 1919/20 bis 1925/26 in Betrieb. Mit ihr wurde die Halde für den Bergeversatz abgetragen.

Friedrich Heinrich
Die Zeche Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort betrieb eine ca. 2 km lange Seilbahn zum Eyllsche Berg, einer Stauchmoräne aus der letzten Eiszeit. Wahrscheinlich wurde hier Material für den Versatz unter Tage gewonnen. Spätestens mit der Vollmechanisierung und Übergang zum Bruchbau Ende der 1950er Jahre wurde sie nicht mehr benötigt.

Friedrich Thyssen 4/8
Die Zeche Friedrich Thyssen in Duisburg war stark mit den umliegenden Hüttenwerken verbunden. Zwischen der Kokerei der Anlage 4/8 und dem Hüttenwerk Meiderich verlief eine Seilbahn für den Kokstransport zu den Hochöfen. Sie wurde 1902 bis 1904 von der Hütte gebaut und bestand bis Ende 1962. Es waren 115 Wagen im Umlauf, die für täglich 1500 t Koks reichte. Die Bahn wurde durch eine Bandbrücke ersetzt, da das aufwändige Be- und Entladen zu hohe Kosten erzeugte und insgesamt überholt war. Heute ist das Hüttengelände Teil des Landschaftspark Duisburg-Nord.

Germania
Die Dortmunder Zeche Germania teufte einen Luftschacht am Rand ihrer Berechtsame ab. Dieser lag völlig isoliert im noch ländlichen Umfeld. Hier war die Seilbahn bis zur Anbindung des Schachts unter Tage der Transportweg für Material und ggf. Kohle, die beim Ausrichten der Grubenbauten anfiel.

Gneisenau
Auf der Zeche Gneisenau ging 1929 ein hochmoderne Kokerei in Betrieb. Sie ersetzte neben der hier betriebenen auch die veralteten Kokereien von Kurl und Scharnhorst. Diese wurden 1928 bzw. 1927 stillgelegt. Die weiter geförderte Fettkohle ging über Seilbahnen zur neuen Kokerei. Ein denkbarer Transport unter Tage macht keinen Sinn, da die Kohle schon sortenrein in den Kohlenwäschen anfiel. Nördlich von Scharnhorst liefen beide Seibahnen zusammen.
Die Bahn von Kurl baute die Firma Pohlig 1929 und sie war nur kurz in Betrieb. Wegen der Weltwirtschaftskrise wurde Kurl am 15.7. 1931 stillgelegt. Die 5340 m lange Bahn wurde im Juli 1934 abgerissen. Einziges Relikt ist der Betonklotz der Spannstation in einer Parkanlage neben der Großsiedlung Scharnhorst.
Die Bahn von Scharnhorst wurde auch von Pohlig gebaut, ein Jahr früher. Sie war 2960 m lang und endete am Hochbunker der Zeche Gneisenau. Sie wurde auch kaum genutzt und nach der Stilllegung von Scharnhorst am 1.2.1931 kurze Zeit später abgerissen.

Glückauf Tiefbau
Die Zeche Glückauf Tiefbau im Dortmunder Süden hatte zwischen ihren beiden Standorten eine Pferdeeisenbahn, die 1910 durch eine Seilbahn ersetzt wurde. Vom Schacht Gisbert bestand eine Anbindung zur Seilbahn der Dortmunder Union, die an der Nachbarzeche Kaiser Friedrich begann. Sie versorgte die Hochöfen mit Koks.

Gottfried Wilhelm
Die Essener Zeche Gottfried Wilhelm lag im Schellenberger Wald und hatte nur ein kleines Betriebsgelände. Hier war es sinnvoll die Aufbereitung weiter nördlich an der bestehenden Bahnlinie zu bauen. Eine Seilbahn für den Transport war die kostengünstigste Lösung. Sie wurde abgebaut nachdem die Zeche unter Tage an die Nachbaranlage Carl Funke angeschlossen war.

Graf Schwerin
Bei der Zeche Graf Schwerin in Castrop-Rauxel war die Topografie so ungünstig, dass die beiden Standorte nur über eine Seilbahn sinnvoll verbunden werden konnten. Diese wurde 1910 von Bleichert gebaut, war 1850 m lang und überwand 41 Höhenmeter. Rohkohle lief zum Schacht 1/2 und Waschberge für den Versatz zum Schacht 3. 1933 wurde die Bahn durch den Verbund beider Anlagen unter Tage überflüssig und demontiert.

Hannibal
Die Zeche Hannibal hatte längere Zeit keine eigene Kokerei, da in der Anfangsphase das nötige Kapital fehlte. Daher wurden zwei private Kokereien beliefert. Ab 1882 bestand mit der Kokerei Schulz am Bahnhof Riemke ein langfristiger Liefervertrag bis ca. 1903. Ab 1904 wurde eine eigene Kokerei betrieben. Eine Seilbahn war spätestens zum Beginn der 1890er Jahre in Betrieb (in der topografischen Karte von 1892 eingetragen).

Hansa
Diese 4,5 km Seilbahn lief ab 1828 von der Zeche Adolf von Hansemann zur Zeche Westhausen und von dort weiter zur neuen Zentralkokerei Hansa. Mit ihr wurde Kokskohle von beiden Zechen angeliefert und Bergematerial der Halde Hansemann an-/abtransportiert. Dazu kamen Betonformsteine für den Streckenausbau (auf Hansa produziert) und Steine aus der Ziegelei Hansemann. Diese Aufgaben übernahm die 1941 nach Hansa verlängerte Werksbahn weitgehend. Die Seilbahn wurde kurz nach dem 2. Weltkrieg funktionslos und abgebaut.

Hasenwinkel

Hasenwinkel
Die Zeche Hasenwinkel war eine der kleinen Bochumer Zechen, die von Montanunternehmen aufgekauft wurden. Diese Entwicklung setzte um 1900 ein und betraf fast nur die südlichen Zechen, die wegen der zur Neige gehenden Vorräte, ihrer Lage und der veralteten Betriebsanlagen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten. Hier kaufte der Bochumer Verein die Zeche für die Koksversorgung. Der Koks wurde mit einer Seilbahn zur Umladestation an der Zeche Maria Anna und Steinbank transportiert. Von dort ging es mit dem Zug über das Anschlussgleis zur Hochofenanlage. Mit dem Erschöpfen der Fettkohlenvorräte wurde die Bahn überflüssig. Sie konnte an die Zeche Dannenbaum verkauft werden, die sie nach dem Wiederaufbau (siehe dort) weiter betrieb. Diese Anlage scheint eine wichtige Referenzanlage für Pohlig gewesen zu sein, da ihre Konstruktion sehr aufwändig in einem gedruckten Vortrag vorgestellt wurde (Plan links).

Hansa
Durch Konsolidation von Ver. Johann und Ver. Deimelsberg entstand in Essen-Steele 1887 die Zeche Johann Deimelsberg. Der weiter genutzte Schacht Deimelsberg 2 wurde über eine Seilbahn an die Hauptanlage Johann angeschlossen. Spätestens mit der Aufgabe des Feldes Deimelsberg im Jahr 1922 wurde die Seilbahn eingestellt.

Kaiser Friedrich

Kaiser Friedrich
Die Zeche Kaiser Friedrich im Dortmunder Süden versorgte die Hochöfen der Dortmunder Union. Diese lagen weit entfernt nördlich der Dortmunder Innenstadt. Der Transport des Koks lief über eine Seilbahn bis zur Zeche Tremonia und von dort auf einer teilweise im Tunnel unter Bahnhofsanlagen geführten Trasse bis zur Umladestation an der alten Hochofenanlage. In die Bahn wurden Anschlüsse von Glückauf Tiefbau umd Tremonia eingefädelt. Zusammen waren dies fast sechs Kilometer.
Der Tunnelbereich verlief in wenig wasserführenden Gesteinsschichten der Kreide. Wegen der nahe der Anschlussstation verlaufenden Emscher waren die Wasserzuflüsse dennoch hoch. Man legte daher an der tiefsten Stelle des Tunnels (22 m) einen Schacht für die Wasserhaltung an. Dies war berechtigt, da der Tunnel durch ein Emscherhochwasser während der Bauphase (Beginn 1911) von Mitte Dezember 1912 bis Ende Februar 1913 absoff. Etwa 300 Tunnelmeter wurden nach der auch heute üblichen Bauweise im Schildvortrieb, teilweise unter Pressluft erstellt. Im Tunnel ermöglichte eine Hängebahn das sichere Befahren mit vollen und leeren Kippgefäßen. Auf einer Schiene konnten gleichzeitig leere Behälter transportiert werden. Die Aufhängung diente nebenbei als Führung für Rohrleitungen.
Die Kokerei von Kaiser Friedrich lief nach der Zechenstilllegung 1925 noch fünf Jahre weiter, da sie für damalige Verhältnisse sehr modern und leistungsfähig war.

Klosterbusch
Die Zeche Kaiserstuhl hatte am Standort der Anlage I kaum Platz, da hier ursprünglich nur ein Luftschacht geplant war. Bei der Anlage II neben dem Hüttenwerk von Hoesch gab es ausreichend Platz für eine gemeinsame Halde. Die Verbindung war eine ab 1913 betriebene Seilbahn. Sie war 2,5 km lang. Es wurden Koks für die Hochöfen und Bergematerial transportiert. Wegen der ausgedehnten Anlagen der Hütte und des Verschiebahnhofs Eving war die Linienführung kompliziert. Es gab daher fünf Kurvenstationen und mehrere Schutzbrücken über Straßen. 1971 stand noch immer die Schutzbrücke über die Bornstraße, ob wohl das Zechengelände von Kaiserstuhl I längst neu bebaut war.
Eine kurze Haldenseilbahn lief ab 1912 von der Zeche Kaiserstuhl II zur Zechenhalde, die später auch als Schlackenhalde für die Hütte genutzt wurde. Sie wurde später auch zur Beladung von Kokszügen benutzt.

Klosterbusch
Die erst nach 1920 als Tiefbauzeche errichtete Anlage Klosterbusch in Bochum lag in einem engen Tal nahe der Ruhr weit weg von befestigten Straßen. Der nächste Bahnanschluss lag auf der anderen Ruhrseite in Herbede. Die einzig wirtschaftliche Lösung war eine Seilbahn. Neben der Aufbereitung der dortigen Zeche Herbede entstanden die Zechenverwaltung und die Aufbereitung. So blieb am Förderstandort auch mehr Fläche für den Tagesbetrieb verfügbar. Durch die Höhe der Geländekante am nördlichen Ruhrufer lag das Seil etwa 50 m über der Ruhr und die Bahn bildete eine spektakuläre Landmarke. Wegen Geldmangel wurden die Seilstützen beim Bau der Bahn (1920) in Holz ausgeführt und erst 1926 durch Stahl ersetzt. Die Änge der Bahn betrug 2000 m. Sie wurde von der Firma Bleichert gebaut. Aus Sicherheitsgründen sollte 1923 Spannbock ausgetauscht werden. Durch einen Konstruktionsfehler brach der eiserne Bock zusammen und wurde kostenlos neu geliefert. So gab es hier einen der seltenen Fälle der Gewährleistung bei Bleichert. (Fotos zur Seilbahn unter Klosterbusch)

König Ludwig
Die Zeche König Ludwig in Recklinghausen hatte zwei Seilbahnen in Betrieb. Die erste wurde nötig, als die Förderung der Anlage 1/2 die Quote des Kohlesyndikats übertraf. Deshalb wurde der Luftschacht 3 kurzfristig zur Förderanlage umgebaut, damit seine Förderleistung auf die gesamte Förderung angerechnet wurde. Um keine teure Aufbereitung zu bauen war eine Seilbahn zur Kohlewäsche am Schacht 1/2 die günstigere Variante. Sie war von 1912 bis 1925 in Betrieb. [Falls ich dazu noch Infos finde folgt die Karte.]
Eine weitere Seilbahn ging ab 1934 zur Zeche Ewald Fortsetzung. Wegen der Weltwirtschaftskrise war diese stillgelegt worden. Die Kokerei blieb eingeschränkt in Betrieb, weil 1930 ein Stickstoffwerk in Betrieb gegangen war. Zur Versorgung mit Kohle wurde eine Seilbahn von König Ludwig 4/5 gebaut, die bei den Schächten 7/8 nach Norden abbog.

Margarethe
Die Zeche Margarethe in Dortmund hatte zwischen der Förderanlage und dem Schacht Luftschacht 3 anfangs eine Seilbahn in Betrieb, da die Topografie hier eine andere Lösung verhinderte. Sie diente dem Bergetransport für den Versatz im nördlichen Grubenfeld.

Massener Tiefbau
Die Zeche Massener Tiefbau in Unna hatte mehrere Standorte, die im ländlichen Umfeld relativ weit auseinander lagen. Trotz einer Schienenanbindung wurde eine Seilbahn zum Schacht 3 mit der Kokerei und weiter zum Schacht 4 gebaut. Diese war für den Bergetransport nötig. In diesem Bereich stand ein einmalig mächtiges Flözpaket an (bis 6,5 m). Ohne Bergeversatz (Halde am Schacht 1/2) war der Abbau nicht möglich. Die Bahn war 1,5 km lang und brauchte nur 12 m Höhendifferenz zu überwinden.

Minister Achenbach
Die Zeche Minister Achenbach in Lünen betrieb von der Anlage 1/2 zum neuen Schacht 4 eine Seilbahn für Kohle- und Materialtransporte. Sie ging 1923 in Betrieb. Auch nach der Fertigstellung (1929) einer Schienenverbindung zum Hafen am Datteln-Hamm Kanal lief sie bis in die 1950er Jahre weiter, wahrscheinlich für Materialtransport.

Mont Cenis
Die Zeche Mont Cenis 1/3 entwickelte sich zu einer langgestreckten Anlage, als die Kokerei erweitert wurde. Für den Materialtransport zwischen der Aufbereitung am Schacht 1 und den Koksöfen bestand mehrere Jahrzehnte eine Seilbahn. Eine erste nur 87,5 m lange Bahn baute Bleichert 1881 von der Kohlenwäsche zur Bergehalde.

Neuglück
Selbst eine Stollenzeche betrieb eine Seilbahn. Die Zeche Neuglück lag recht abgelegen im Ruhrtal bei Hattingen. Die nächste Bahnstrecke verlief auf der anderen Ruhrseite. So wurde eine Bahn zum Anschlussgleis der Zeche Dahlhauser Tiefbau gebaut. Da keine bekannten Unterlagen zur Seilbahn existieren ist die plausibelste Strecke angenommen - Länge 700 m. Um das Jahr 1900 förderte die Zeche knapp 90000 t jährlich, deren Abtransport ohne Seilbahn nicht möglich gewesen wäre. Schon 1903 wurde der Betrieb wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt und die Bahn demontiert.

Pluto
Von der Zeche Pauline ging ab 1881 eine Seilbahn zum Werdener Bahnhof auf der anderen Seite der Ruhr. Sie vereinfachte den Kohletransport der in einem engen Tal gelegenen Anlage. Bis 1909 wurde die Kohle nur verladen, danach auch in der neu errichteten Brikettfabrik verarbeitet. Diese wurde schon 1910 stillgelegt, die Zeche 1916.

Pluto
Von der Zeche Pluto 1/4 bestand eine Seilbahn zu den Hochöfen des Schalker Vereins in Gelsenkirchen. Es bestand zwar eine direkte Schienenverbindung. Dafür wären aber Anlagen zu Be- und Entladen nötig geworden.
Von der neben den Hochöfen gelegenen Kokerei Alma kam der Koks über eine Förderbrücke. Der auf dem Hüttengelände liegende Schacht Alma 4 war Spülschacht, um Bergschäden zu vermeiden. Er war mit dem Schacht Alma 1 durch eine Seilbahn verbunden, die den Feinschlamm aus der Kohlenwäsche transportierte.

Recklinghausen
Ein Spezialfall bestand bei der Zeche Recklinghausen. Dort waren statt Seilbahnen eingehauste Kettenbahnen für den Kohle- und Kokstransport im Einsatz. Sie bedienten die zentrale Aufbereitung der Zechen Recklinghausen II und Julia in Herne. Hier wäre die Staubbelastung durch Seilbahnen zu hoch gewesen. Die Anlage war zu ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1931 die größte ihrer Art in Europa. Nach der Wiederinbetriebnahme der Kokerei Julia im Jahr 1937 wurde auch die Kokskohle von dort geliefert.
Vorher bestand eine Seilbahnverbindung von Julia und zum Hafen Recklinghausen I am Rhein-Herne-Kanal. Der erste Teil der Trasse von Julia wurde später durch die eingehauste Anlage ersetzt. Eine weitere Seilbahn wurde von der Verladung am Hafen der Aufbereitung zur Zeche Recklinghausen I gebaut. Dort war die Förderung 1931 eingestellt worden. Die Kokerei ging 1937 wieder in Betrieb und erhielt so die benötigte Kokskohle. Nach 1945 wurde sie demontiert. Die Kettenbahn war bis zur Fördereinstellung des Verbunds Julia/Recklinghausen im Jahr 1974 in Betrieb, der Ast nach Julia wurde schon 1962 demontiert.

Rheinelbe
Die Zeche Rheinelbe modernisierte nach 1903 ihre Tagesanlagen, da der neue Schacht 3 die Hauptförderanlage wurde. Die dadurch ungünstig liegende Kokerei von Schacht 1/2 wurde 1907 durch eine 890 m lange Seibahn neu angebunden. Sie führte in einem Bogen um das Gelände von Schacht 3 herum. Vom Schacht 1/2 aus wurde sie konventionell über Masten geführt, das letzte Teilstück verlief in einer Brückenkonstruktion über die Gleise der Kokerei. Gebaut wurde sie von der Benrather Maschinenfabrik. Spätestens 1928 wurde sie mit der Stilllegung der Kokerei überflüssig. Mit 1 m/sec war die Bahn vergleichsweise langsam.

Rosenblumendelle
Die Zeche Rosenblumendelle teufte ab 1901 den Schacht Kronprinz ab. Er lag weit weg von der Förderanlage. Da ein Eisenbahnanschluss zu teuer war wurde eine Seilbahn zur Verladung an der Rheinischen Bahn gebaut. Die Investition zahlte sich kaum aus, da schon wenige Jahre später die Kohle unter Tage zum Schacht 1/2 transportiert wurde.

Tremonia
Die Zeche Tremonia war an das Seibahnsystem der Dortmunder Union (siehe dort) angebunden. Dazu führt von der Kokerei eine unterirdische Zulaufstrecke zu einer Weichenstation. Eine zweite Seilbahn führte zur Zechenhalde. Sie ist auf einigen Fotos zu Beginn der 1920er Jahre zu erkennen. Beide Seilbahnen wurden wahrscheinlich mit der Zechenstilllegung eingestellt.

Westende
Die Duisburger Zeche Westende entstand 1896 aus relativ erfolglosen Vorgängerbetrieben nach deren Verkauf an den Phönix, Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb. Am 1909 abgeteuften Schacht 4 gab es keine eigene Kokerei. Es wurden die nahe gelegenen Kokereien von Phönix (1912) und Rheinstahl (1915) angeschlossen. Dort wurde die Kohle von Westende mit Kohlen anderer Zechen gemischt und zu Koks veredelt. Zur Kokerei Phönix bestand eine 219 m lange Seilbahn, auf der 28 Seibahnwagen im Umlauf waren.

Wiendahlsbank

Wiendahlsbank
Die Dortmunder Zeche Wiendahlsbank hatte zwar für die Verkokung geeignete Kohlenvorräte; diese standen in so geringen Mengen an, dass sie nicht für den Bau einer rentable Kokerei ausreichten. Diese Fettkohlen wurden mit einer 1630 m langen Seilbahn zur Kokerei der Zeche Kaiser Friedrich transportiert.
Dazu lief kam eine kurze Seilbahn zur Zechenhalde, die aus mehreren kleinen Spitzkegelhalden zusammenwuchs. Betriebsaufnahme wahrscheinlich um 1910 nach dem Ausbau des Förderschachts. Sie war bis zur Stilllegung 1924 in Betrieb.

Eine beeindruckende Seilbahn bestand in Belgien bei St. Ghislain in der Nähe von Mons. Dort wurden von der Grube Grand Hornu Bergematerial und Kohlen mit einer Schmalspurbahn abtransportiert. Die Bergehalden lagen 1,5 km entfernt und die Versandstation am Condé-Monskanal 2 km. Es gab mehrere Bahnübergänge und zwei Kreuzungen mit der belgischen Eisenbahn. Nach 100 Jahren Betrieb wurde auch das Abkippen der Berge immer umständlicher. Dies wurde vereinfacht, indem die Seilbahn über die Halden geführt wurde. Besonders auffälig waren die Schutzbrücken über die Bahnstrecken, von denen eine 28 m hoch war.
Die Schachtanlage Grand Hornu gehört seit 2012 zum Weltkulturerbe der UNESCO.


Schienenseilbahnen

In topografischen Karten sind einige Seilbahnen eingetragen, die als Antrieb ein Seil oder eine Kette benutzten, aber schienengebunden waren. Es gab zwei Typen: Trasse wie bei einer Eisenbahn und aufgeständerte Bahn. Beim zweiten Typ lagen die Tragstützen etwa 7 m auseinander, die Bahn verlief in etwa 6,5 bis 7 m Höhe. Ein Vorteil war der leichtere Richtungswechsel, der bei "echten" Seilbahnen aufwändige Kurvenstationen erforderte.

Berneck
Die kleine Zeche Berneck in Bochum-Wiemelhausen hatte ihre Aufbereitungsanlage nördlich ihres Förderschachts, da hier eine Bahnanbindung bestand. Zunächst führte ein Anschlußgleis dort hin. Die Strecke war 700 m lang. Der Antrieb wurde auf Seilförderung umgestellt. Durch das starke Abbremsen der vollen Wagen wurden die Räder mit der Zeit eckig geschliffen.

Christian Levin
Zwischen der Zeche Christian Levin und der älteren Schwesterzeche Neu-Cöln bestand eine aufgeständerte Bahn. Sie war 1,5 km lang. Vermutlich wurde diese Lösung gewählt, da eine normale Bahntrasse mehrere Bahnübergänge erforderte und die bestehenden Betriebsanlagen am Schacht Neu-Cöln überquert wurden. Ihr Niveau der Bahn lag auf der Höhe der Hängebank von Christian Levin (direktes Einfädeln der Förderwagen möglich) und bei Neu-Cöln konnte das Bahnende als Verladerampe genutzt werden.

Deutschland
Südlich der Ruhr baute die Zeche Deutschland als Zusammenschluss vieler alter Schachtanlagen im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts noch rentabel gewinnbare Kohlenvorräte ab. Ab 1910 wurde die Brikettfabrik am ehemaligen Bahnhof Haßlinghausen über eine Seilbahn vom Schacht Beust mit Kohle beliefert. Sie wurde knapp 15 Jahre lang betrieben bis zur Stilllegung der Zeche im Jahr 1925. Sie war nur 700 m lang, überwand aber 30 m Höhenunterschied und überquerte zwei Taleinschnitte. Heute wird die Trasse als Weg genutzt.

Friedrich-Wilhelm
Südlich der Dortmunder Innenstadt lag die Zeche Friedrich-Wilhelm. Sie hatte mehrere kleine Betriebsanlagen. Vom Standort des Schachts Veltheim führte eine Seilbahn zur Aufbereitung am Schacht Wilhelm. Wahrscheinlich erfolgte von dort die Lieferung von Kohlen für die Kokerei am Schacht Veltheim. Die ungefähre Trasse ist in der Karte nach dem Foto (veröffentlichte Karten sind mir nicht bekannt) aus dem Sammelwerk konstruiert.

Rheinpreußen
Eine Sonderkonstruktion einer Kettenbahn gab es auf der Zeche Rheinpreußen 1/2. Hier lag die Trasse zur Verladung im Zechenbereich auf einer Brücke. Am Rheinufer verlief sie auf einer gemauerten Brücke, die einem Viadukt ähnelte. Diese Konstruktion wurde wohl aus Sicherheitsgründen gewählt, da sie einem Hochwasser besser standhielt.

Scholven
Die Zeche Scholven kippte ihre Berge bis etwa Mitte der 1950er Jahre auf mehreren zusammenhängenden Zungenhalden ab. Danach entstand eine für das Ruhrgebiet - insbesondere nach dem Krieg - untypische Halde. Eine Spitzkegelhalde, die bis 1963 aufgeschüttet wurde ist der Grundstock der späteren Erweiterung zu der heute höchsten Halde im Ruhrgebiet (135 m, 202 m über NN). Spitzkegelhalden sind typisch für Nordfrankreich, das Saarland und das Aachener Revier. Das Bergematerial wurde per Bahn zur Beladestation geliefert mit zwei skipartigen Wagen zur Sturzanlage hochgezogen. In der Mitte der Strecke gab es in der Endphase eine zweigleisige Ausweiche.

Zollverein
Die Zeche Zollverein betrieb eine Seilbahn vom Schacht 6 zur Kokerei am Schacht 1/2. Hier waren sicher die schon relativ dichte Bebauung zwischen beiden Anlagen und die bestehenden Betriebseinrichtungen am Schacht 1/2 ausschlaggebend. Der spätere Anschluss unter Tage machte die Bahn überflüssig. Die Zentralförderanlage mit Schacht 12, über deren Gelände die Bahn führte, kam viel später.

Kabelluftseilbahn

Eine im Ruhrgebiet wohl einmalige Konstruktion, wurde im nördlichen Ruhrgebiet auf der Verbundanlage Möller/Rheinbaben gebaut. Statt der üblichen stützengeführten Seilbahn, entstanden zwei Kabelbahnen.

Möller

Rheinbaben
Auf der Gladbecker Zeche Möller wurde ein Zwischenlager für Koks nötig. Wegen des 1. Weltkriegs war die Bereitstellung von Wagen durch die Reichsbahn für den Transport unsicher und ein Kokszwischenlager wurde nötig. Das Zechengelände war so eng mit Betriebsanlagen bebaut, dass nur eine Seilbahn als Lösung in Betracht kam. Es verliefen wichtige Versorgungsleitungen, die nicht von einer Kokshalde überschüttet werden konnten direkt neben der Kokerei. Damit schied die hier bestehende Freifläche aus und eine Fläche nördlich der Förderanlage kam in Betracht. Die nötigen Stützen für eine Seilbahn hätten nur mit großem Aufwand erstellt werden können.
Statt der üblichen Seilbahn entstand eine Kranbahn. Dabei reichten zwei 37 m hohe schräge Seilstützen für die gesamte Anlage aus. Das Trageseil hatte eine Länge von 400 Metern.
Auf der Bottroper Zeche Rheinbaben entstand eine gleich hohe fast baugleiche Bahn. Hier war aber ein Stützmast notwendig. Die Länge dieser Bahn betrug 320 m. Gebaut wurden die Bahnen von Bleichert.

Transporttechnik

Mit den Seilbahnen wurden sehr unterschiedliche Güter transportiert. Auf einem alten Stich wird der Transport von Steinblöcken in Danzig dargestellt. Das System war noch primitiv und arbeitete mit Hanfseilen. Die entscheidenden Entwicklungschritte waren Drahtseile für Zug/Führung und Stützen aus Stahl. Nun konnten auch die schweren Seilbahnwagen und eingehängte Kohlewagen eingesetzt werden.

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Constantin
Seilbahn Carl Friedrich im Vordergrund um 1910
Constantin
Die Karte von 1910 zeigt die eingeengte Lage der Zeche.
Constantin
Ladestation Constantin 6
Constantin
Umlade-/Antriebstation Constantin 1
Dahlbusch
Seilbahn Dahlbusch ab Kokerei am Schacht 6 im Jahr 1927
Dahlbusch
Seilbahn Dahlbusch ab Kokerei am Schacht 6 1950er Jahre
Dahlbusch
Seilbahn Dahlbusch
Dahlbusch
Seilbahn Dahlbusch ab Kokerei am Schacht 6 1950er Jahre
Dahlbusch
Seilbahn Dahlbusch in der Nähe der Kokerei
Dahlbusch
Transportbehälter über Schutznetz nahe Schacht Dahlbusch 1/7
Dannenbaum
Kurvenstation Dannenbaum
Dannenbaum
Schemazeichnung der Kurvenstation
Dannenbaum
Seilbahn von Schacht Eulenbaum nach Dannenebaum
Dannenbaum
Seilbahn am Schacht Dannenbaum II vor der Verlängerung
Dannenbaum
Ende der Seilbahn an der Zeche Prinz Regent
Dorstfeld
Bergehalde der Zeche Dorstfeld 1/4 etwa 1919
Dorstfeld
Halde aus anderer Perspektive
Dorstfeld
Seilbahn Zeche Dorstfeld 1/4 zur Halde
Dorstfeld
Seilbahn Zeche Dorstfeld 2/3 - 5/6 etwa 1950 mit typischer Schutzbrücke
Dorstfeld
Seilbahn Zeche Dorstfeld am Schacht 5/6
Union Verlauf
Verlauf Seilbahn Union
Union Tunnelprofil
Seilbahn Union Tunnelprofil
Union Zentralstation
Zentralstation Seilbahn Union
Friedlicher Nachbar
Seilbahn Friedlicher Nachbar zum Schacht Ostholz
Friedlicher Nachbar
Antriebstation Friedlicher Nachbar mit Umlenkung
Friedlicher Nachbar
Seilbahn Friedlicher Entladestation am Schacht Baaker Mulde
Friedlicher Nachbar
Friedlicher Nachbar - links Seilbahn zur Halde, rechts zur Henrichshütte
Friedlicher Nachbar
Seilbahn Friedlicher Nachbar mit Schutznetz über einer Straße
Friedlicher Nachbar
Seilbahn Friedlicher Nachbar zur Henrichhütte
Friedlicher Nachbar
Seilbahnstütze an dieser Stelle mit Schutznetz
Friedlicher Nachbar
Seilbahn zur Henrichshütte Start um 1950
Friedrich Wilhelm
Kettenbahn von Friedrich Wilhelm
Friedrich Thyssen
Kurvenstation der Seilbahn Friedrich Thyssen
Friedrich Thyssen
Seilbahn Friedrich Thyssen zu den Hochöfen
Grand Hornu
Verladestation Grand Hornu am Kanal
Grand Hornu
Seilbahn Grand Hornu mit Schutzbrücke über der Eisenbahn
Hoesch
Seilbahnen wie in den Anlagen von Hoesch waren häufig
Julia
Seilbahn Zeche Julia zum Hafen Recklinghausen I
Kaiser Friedrich
Seilbahn von Kaiser Friedrich zur Dortmunder Union
Kaiserstuhl
Seilbahn innerhalb großer Werkskomplexe, hier ab Zeche Kaiserstuhl
Klosterbusch
Seilbahn Klosterbusch oberhalb der Ruhr
Klosterbusch
Seilbahn Klosterbusch am Steilhang der Ruhr
König Ludwig
Seilbahn König Ludwig am Schacht 7/8
König Ludwig
Seilbahn König Ludwig Richtung Ewald Fortsetzung
König Ludwig
Kurvenstation Seilbahn König Ludwig
Kurl
Seilbahn von Kurl 1/2 zur Halde Schleswig
Mansfeld
Seilbahn Mansfeld zum Schacht 5 - vorne Seilspannstelle
Mansfeld
Seilbahn zum Schacht 5 mit Kurvenstation
Mansfeld
Kurvenstation der Seilbahn zum Schacht 5
Mansfeld
Seilbahn am Schacht Mansfeld 5
Mansfeld
Seilbahn Mansfeld - im Fordergrund ein Teil der Zechenkläranlage
Mansfeld
Seilbahn Mansfeld mit Schutz gegen herabfallendes Material
Massen
Seilbahnstation am Schacht Massen 4
Minister Achenbach
Seilbahn der Zeche Minister Achenbach
Moeller
Kabelbahn der Zeche Möller
Moeller
Nördliche Stützstrebe der Kabelbahn
Moeller
Einfache Verladung von aufgehaldetem Koks
Pluto
Kurvenstation der Seilbahn Pluto
Pluto
Verbindung der Seilbahn Pluto mit Kettenbahnen
Rheinbaben
Kabelseilbahn der Zeche Rheinbaben
Rheinbaben
Stützstrebe gebaut als massiver Turm
Rheinelbe
Brücke Seilbahn Rheinelbe an der Kokerei 1/2
Rheinelbe
Seilbahn Rheinelbe östlich von Schacht 3
Rheinelbe
Brücke Seilbahn Rheinelbe an der Kokerei 1/2
Halde Schleswig
Beladeeinrichtung auf der Halde Schleswig
Scholven
Halde Scholven um 1956 beim Beginn der Schüttung
Scholven
Absturzvorrichtung auf der Halde Scholven
Westende
Seilbahn Westende vom Kampschacht zur Kokerei Phönix 1912

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