Zeche Ver. Klosterbusch in Bochum-Querenburg

1918 - 1961

Klosterbusch Übersicht


Im Bereich der Zeche Klosterbusch gab es vor dem Beginn des Tiefbaus nur geringfügigen Abbau durch Stollenbetriebe (Buchwald 1840 - 1846, Johann Diederich ca. 1790 - 1796 und Sonnenschein 1792 - 1838). Danach kam nicht wie bei den Zechen im Ruhrtal üblich der Zusammenschluss mit Übergang zum Tiefbau und die Berechtsamen fielen an den Staat zurück. Es fehlte der Platz für die nötigen Betriebsanlagen. Die Betreiberin der späteren Neuanlage war die Gewerkschaft Klosterbusch, die in Essen-Bredeney von 1857 - 1883 im Stollenbetrieb kleine Mengen Kohleneisenstein abbaute. Dort waren alle angrenzenden Steinkohlefelder schon verliehen. Das Feld Klosterbusch in Bochum konnte 1918 neu verliehen werden, da sich bis zu diesem Zeitpunkt kein Interessent gefunden hatte.
Der Stollenbergbau im Grubenfeld war 1918 schon lange beeendet, einige Bereiche der Grubenbauten wurden später wieder aufgeschlossen und die Flöze unterhalb der Stollensohle abgebaut. Größere Unglücke gab es nicht.


Klosterbusch Stollen

Klosterbusch
Der Betrieb von Klosterbusch begann 1918 als Stollenzeche im Längenfeld Sonnenschein. Daher wurde die Zeche einige Jahre als Sonnenschein geführt. 1920 begann der Tiefbau. Für den Absatz der Kohle wurde eine zwei Kilometer lange Seilbahn zur neuen Aufbereitung am Bahnhof Herbede gebaut. Wegen der knappen Finanzen konnten die Stützmasten 1920 nur als Holzkonstruktion ausgeführt. Später wurden sie durch eiserne ersetzt. Die für den Absatz notwendige Brikettfabrik ging 1922 in Betrieb. Daneben befand sich auch die Zechenverwaltung. Die beengten Verhältnisse ließen im Lottental nur den Bau der Förderanlage zu. Bis zum Teufen des Förderschachts ab 1922 wurde im Stollen und sog. Abhauen (Abbau im Flöz) bis zu einer Teufe von 188 m Kohle gewonnen. Mit zwei Versuchsstollen wurde die beste Lage des Schachts erkundet. Wie die zahlreichen Tagesöffnungen der Vorgängerstollen haben sie keine Spuren hinterlassen. Da die Kohle komplett in steiler Lagerung anstand war ein Bergeversatz nach dem Abbau nötig. Das Material wurde aus dem zu seiner heutigen Größe anwachsenden Steinbruch entnommen. Damit verbesserte sich auch der Tagesbetrieb für den sukzessive immer mehr Platz zur Verfügung stand.
Für die Bergleute wurde die Lennershofsiedlung gebaut, die weiter nördlich beim Dorf Querenburg lag und die einzige zusammenhängende Bebauung im weiteren Umfeld war. Heute liegt sie zwischen der Ruhruniversität (RUB)und der Fachhochschule Bochum. Die wenigen Wohnhäuser neben der Zeche waren für die leitenden Angestellten. Das Ende von Klosterbusch kam nicht durch den Bau der RUB. Das Grubenfeld lag weiter im Süden. Viele der Bergleute nutzten die Chance, als Opel 1961 das erste Werk in Bochum eröffnete und wechselten dorthin. Wegen der verkehrsfernen Lage und der vergleichsweise schlechteren Arbeitsbedingungen wurde kein Ersatz gefunden und die Zeche 1961 stillgelegt.
Für die Bewetterung wurden neben Tagesüberhauen drei Luftschächte abgeteuft. Einer lag im Hang auf der anderen Seite des Steinbruchs. Zu ihm führte ein kurzer Wetterkanal, dessen Ausgang durch einen kleinen Schutzbau erkennbar ist. Hier hatte für einige Jahre ein "Berber" seinen Unterschlupf. Die beiden anderen Luftschächte lagen am östlichen Hang des Kalwes und an der Haarstraße im Westen. Hier sind keine Reste erkennbar. Von der Förderanlage sind noch zwei Gebäude erhalten. Das Betriebsbüro war der erste Standort der Universitätsbibliothek und steht steht heute leer. Der bauliche Zustand ist kritisch. Im angrenzenden Maschinenhaus ist bis heute ein aus Sicherheitsgründen ausgelagerter Bereich der Ingenieurwissenschaften mit einer Zentrifuge untergebracht. Alle anderen Gebäude wurden abgerissen. Die angrenzende Fläche und die des Steinbruchs wird von der Grünen Schule Bochum genutzt, die Menschen mit geringer Qualifizierung eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau ermöglicht. Der Steinbruch ist als Naturdenkmal Teil des Geopark Ruhrgebiet, da hier der Kern des Stockumer Sattel aufgeschlossen ist. Im Hang befindet sich der Eingang zum Rest des ehemaligen Förderstollen, in dem die seismischen Messstationen der Ruhruniversität (Bestandteil des Deutschen Seismologischen Regionalnetzes) untergebracht sind. Der Förderschacht mit seiner Revisionöffnung liegt hinter dem ehemaligen Büro und ist zugänglich. Die Gebäude auf der anderen Straßenseite waren Beamtenwohnungen.
Von der Seilbahn sind noch die Fundamente der Pfeiler zu erkennen. In der landwirschaftlich genutzten Fläche auf der Hochfläche zwischen Zeche und Ruhr (heute Kemnader Stausee) liegen diese als verbuschte Flächen, besonders gut im Luftbild erkennbar. Die Seilbahn war eine markante Landmarke durch die Höhe der Masten im Ruhrtal. Allein die Steilkante ist knapp 40 m hoch. Hier ist noch ein Betonfundament im Hang erhalten. Das Verwaltungsgebäude an der ehemaligen Aufbereitung in Herbede existiert noch.

Übersicht Schachtdaten

Schacht Teufbeginn Inbetriebnahme Stilllegung max. Teufe (m) Brikettfabrik
Förderschacht 1922 1924 1961 592 1922 - 1961
Wetterschacht 1935 1937 1961 ca. 410  
Schacht Haarstraße 1950 1955 1961    


maximale Förderung 454100 t 1937

durchschnittlich 300000 - 400000 t/a


1931 wurde das Grubenfeld der stillliegenden Zeche Vincenz in Witten-Heven übernommen. Dort fand kein Abbau statt, da es unter Tage keine Verbindung gab und ein denkbarer späterer Anschluss durch die Koklekrise ausgeschlossen war.


Klosterbusch
Klosterbusch Förderanlage 1961 - vorne der Holzlagerplatz
Klosterbusch
Klosterbusch Förderschacht 1961
Klosterbusch
Klosterbusch Seilbahn 1961 mit historischem Mähdrescher
Klosterbusch
Revisionsöffnung des Förderschacht
Klosterbusch
Revisionsöffnung des Förderschacht
Klosterbusch
Zugang zum Wetterkanal
Klosterbusch
Stollenrest mit der seismischen Messstelle
Klosterbusch
Ein Teilstück des Steinbruchs
Klosterbusch
Zentrifugenanbau
Klosterbusch
Rückseite der früheren Maschinenhalle
Klosterbusch
Maschinenhalle von der Straßenseite gesehen
Klosterbusch
Ehemaliges Verwaltungs- gebäude der Förderanlage
Klosterbusch
Beamtenwohnhaus südlich der Zeche
Klosterbusch
Beamtenwohnhaus südlich der Zeche
Klosterbusch
Ehemaliges Lehrlingsheim
Klosterbusch
Infotafel zur Zeche
Klosterbusch
Infotafel zum Steinbruch
Klosterbusch
Seilbahnrelikte - Büsche im Acker zeigen an wo Seilbahnstützen standen
Klosterbusch
Im Herbst gut erkennbar - im Hintergrund der Steinbruch
Klosterbusch
Aufbereitung und Brikettfabrik Klosterbusch in Herbede
Klosterbusch
Verwaltung Klosterbusch in Herbede
Hagensieperbank
Hinweistafel zu Hagensieperbank

2011 wurden zufällig einige Fotos aus den Anfangsjahren der Zeche "gerettet". Sie wurden von der Baufirma der Seilbahn aufgenommen und glücklicherweise bei einer Entrümplung nicht mit entsorgt. Wegen Geldproblemen wurde die Seilbahn mit Holzmasten bebaut, die später durch Stahlmasten ersetzt wurden. Zu den Fotos der Seilbahn kommen noch Ansichten vom Aufbau der Betriebsanlage im Lottental und aus dem gerade aufgenommenen Betrieb der Zeche etwa 1918.

Klosterbusch
Die Anfänge mit dem Stollen im Steinbruch
Klosterbusch
Rohbau der Verwaltung
Klosterbusch
Gewinnung von Versatzmaterial mit Presslufthämmern
Klosterbusch
Schlepper am Stollenmundloch
Klosterbusch
Zechenrohbauten und Seilbahnstützen
Klosterbusch
Seilbahnstützen kurz vor der Bahnstrecke in Herbede
Klosterbusch
Kurvenstation der Seilbahn an der später gebauten Aufbereitung
Klosterbusch
Kurvenstation der Seilbahn aus der Gegenrichtung

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