Zeche Prinz Regent in Bochum-Weitmar

1870 - 1960


Übersicht Prinz Regent


Schon seit dem 16. Jahrhundert bauten im Bereich der Schachtanlage Prinz Regent kleine Stollenbetriebe Kohle ab, die z.T. lange vor 1800 ausliefen. Zu diesen Betrieben liegen nur wenige Unterlagen vor. Auch die Lage der Stollen ist nicht mehr genau festzustellen, da sie schon sehr lange verbrochen sind. Dasselbe gilt für die meisten der kleinen Förder- und Luftschächte. Auf ihnen standen nur einfache Fördereinrichtungen, meist Handhaspel oder bei tieferen Schächten gelegentlich aufwändigere Perdegöpel, die nach dem Abwerfen eines Schachts auf einem anderen Schacht weiter verwendet wurden. Daher sind keine festen Gebäude entstanden. Später lagen hier u.a. Halden, Kläranlagen und Bahngleise die das von Siepen durchzogene Gelände stark verändert haben.

Stollen Prinz Regent

Im Jahr 1834 erfolgte eine weitere Mutung unter dem Namen Glückauf, die 1839 in Prinz Regent geändert wurde. Der Name geht wahrscheinlich auf den damaligen König Wilhelm I. von Preußen zurück. Ein Abbau kam nicht in Gang, da es Streit mit den benachbarten Stollenzechen gab. Erst 1862 einigte man sich über die Größe der Feldes.
Nach der 1869 erfolgten Konsolidation mit den oben genannten Stollenbetrieben begann 1870 das Abteufen der Tiefbauanlage. Später wurden Felderteile von angrenzenden Zechen übernommen, die als Nebenanlagen weiter betrieben wurden (Julius Philipp ab 1905, Carl Friedrich ab 1924). Eine Besonderheit war der unrentable Erzabbau im Bereich von Friederika zwischen 1938 und 1945 im Rahmen der Autarkiepolitik des NS-Regimes. 1958 erfolgte der Verbund mit der Zeche Dannenbaum. Dieser verzögerte die Stilllegung nur um zwei Jahre. Der Verbund war schon für 1939 geplant und wegen des 2. Weltkriegs ausgesetzt worden. Nach den damaligen Berechnungen hatte man mit einer Lebensdauer von mindestens 50 Jahren gerechnet.

Der auf der Karte noch eingetragene Stollen Fortuna lag nicht im späteren Feld Prinz Regent. Ein Betrieb ist ab 1822 belegt. Bis 1869 wurden geringe Kohlenmengen abgebaut, maximal rund 3000 t/a. Zwischen 1845 bis 1863 fand wohl kein Abbau statt und danach nur sporadisch. Spätestens 1867 endete der Betrieb. Das Grubenfeld übernahm die Zeche Hasenwinkel, die hier ihre östliche Markscheide hatte.


Die Schachtanlage Prinz Regent war er größte Arbeitgeber in Weitmar-Mark und prägte mit den Zechensiedlungen das heutige Siedlungsbild. Die weitgehend erhaltenen Häuser im Bereich Wiemelhauser Straße/Borgholzstraße sind privatisiert und gefragte Immobilien. Nördlich des Zechengeländes wurde zur Sicherung des Kohleabsatzes in den Jahren 1958 bis 1961 das Kraftwerk Springorum gebaut. Die Kohle für den Betrieb kam später u.a. von der Zeche Friedrich der Große in Herne. Die nicht mehr benötigte Bahntrasse wird zu einem attraktiven Radweg umgebaut [2014 in Teilen fertig]. Nach der Stilllegung und dem Abriss des Kraftwerks Ende der 1980er Jahre entstand dort der Innovationspark Springorum. Hier residiert u.a. das EBZ – Europäisches Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.
Das ehemalige Zechenkraftwerk ist heute Teil des Fernwärmenetz der Bochumer Stadtwerke. In einigen erhaltenen Gebäuden und Neubauten haben sich Gewerbebetriebe auf dem ehemaligen Zechengelände niedergelassen. Dazu kommen kulturelle Einrichtungen, das Prinz Regent Theater und der Konzertveranstalter "Zeche" Zeche in einer ehemaligen Werkstatt. Hier zeichnete der WDR mehrfach den Rockpalast auf. Die Bochumer Symphoniker und das Schauspielhaus haben im Medienhaus daneben Proberäume.
Die Schächte haben keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Schacht 1 und der Luftschacht liegen im Bereich des Parkplatzes der "Zeche", Schacht 2 in einem Gehölz auf dem Betriebsgelände des Heizkraftwerks.

Übersicht Schachtdaten

Schacht Teufbeginn Inbetriebnahme Stilllegung max. Teufe (m) Kokerei
Prinz Regent 1 (Carl) 1870 1873 1960 633 1874 - 1928
Prinz Regent w 1873 1875 1960 34  
Prinz Regent 2 (Albert) 1895 1896 1960 818  
Friederika 2 ab 1907   1960    



maximale Förderung 974400 1929

durchschnittlich 700000 - 800000 t/a


Auch bei Anlage Julius Philipp bauten einige Stollenbetriebe sehr früh Kohlen ab.

Neue Missgunst


Glücksburg

Glücksburg

Schacht Heintzmann

Julius Philipp Erbstollen

Julius Philipp

Alte Steinkuhle
Die Zeche Julius Philipp lag in Bochum-Wiemelhausen. Der Name hat Bezug zum königlich-preußischer Bergrat Julius Philipp Heintzmann, der zur Zeit der ersten Erbstollenmutung 1783 im Amt war. Diese wurde abgelehnt und erst nach einen neuen Mutung 1833 konnte 1839 der Betrieb beginnen. Das Stollenmundloch lag im Lottental. Es verschwand beim Bau der Ruhruniversität unter der hier entstandenen Bauschuttdeponie. Der Stollen erreichte 1856 die Endlänge von 1251 m. Da die Vorräte bis 1860 abgebaut waren, erfolgte die Konsolidation mit der westlich gelegenen Zeche Glücksburg, deren Schächte die Förderung übernahmen. Diese betrieb seit 1767 einen Stollen, der bis 1822 insgesamt 860 m lang wurde. Die Vorräte unter der Stollensohle konnten ab 1856 abgebaut werden, nachdem die Verbindung zum tieferen Egmont-Erbstollen hergestellt war. 1875 begann mit dem Abteufen von Schacht 1 der Tiefbau, der nur 30 Jahre dauerte. Ab 1908 war Julius Philipp Nebenanlage von Prinz Regent. Alle nicht mehr benötigten Gebäude wurden 1927 abgerissen.
Nach der endgültigen Stilllegung wurde die Betriebsfläche z.T. mit Wohnungen bebaut. Dazu kam eine Bezirkssportanalage auf der Halde. Der Malakowturm über Schacht 1 ist als Denkmal erhalten und beherbergt seit 1990 das Museum für Medizingeschichte der Ruhruniversität. Der Schacht 2 liegt auf einem Garagenhof, erkennbar am Revisionsdeckel. Der sog. Rohrschacht maß nur 1,2 x 1,5 m im Oval und lieferte über eine isolierte Leitung den Dampf für die Wasserhaltungsmaschine unter Tage in 260 m Teufe. Von ihm ist nichts erkennbar.

Die Zeche Glücksburg war hauptsächlich ein Stollenbetrieb. Der ab 1854 abgeteufte Schacht Anna war nicht für einen Tiefbau ausgelegt. Er ersetzte lediglich den nicht mehr brauchbaren Stollen. Von hier aus bestand eine Pferdebahn zur Ruhr. Weitere Schächte wurden bei Bedarf für den immer weiter nach Osten fortschreitenden Abbau abgeteuft. Vom Schacht Anna ist das zu einem Wohnhaus umgebaute Betriebsgebäude erhalten. Der daneben liegende Schacht hat keine Spuren hinterlassen. Erkennbar ist ein Rest der massiven Mauern des Schachthauses. Die Fläche wurde bis zur Höhe der Straße um ca. 5 m aufgeschüttet. Die kleinen Schächte von Glücksburg waren meist nur wenige Meter tief und sind nicht mehr erkennbar, die länger genutzten Förderschächte Christine und Heintzmann ebenso. Der Schacht Christine lag auf dem heutigen Schulgelände an der Markstraße. Das Schachthaus Heintzmann und die Werkstattgebäude wurden lange als Wohnhäuser genutzt. Hier ist heute eine Grünanlage, in die auch ein Haldenrest einbezogen wurde. 1986 wurde bei einem Unwetter ein Stück der Pferdebahntrasse unterhalb des Friedhofs freigelegt. Dieses ist nach der Sicherung als Denkmal erhalten.

Die Zeche Berneck ist wohl eine der weniger bekannten. Sie förderte ab 1890 jährlich rund 100000 t Kohle (Maximum 118159 t 1903). Die Aufbereitung lag an der Bahnlinie Langendreer-Dahlhausen und war über eine Schienenseilbahn angeschlossen. 1900 erwarb sie die Zeche Glückswinkelburg. 1903 wurde noch ein 1398 m Verbindungsquerschlag dorthin erstellt. Da Julius Philipp 1905 stillgelegt wurde zahlte sich die Investition nicht mehr aus. Die jetzt vermehrten Wasserzuflüsse machten den Betrieb unrentabel.
Das Betriebsgelände wurde mit Wohnhäusern bebaut. Der Schacht mit der Revisionsöffnung liegt auf einem Garagenhof. Die einzige Erinnerung an die Zeche ist die Bernecker Straße etwas südlich der ehemaligen Aufbereitung. Ein Wandbild mit der Werbung für das iypische Bochumer Bier am ehemaligen Brenscheder Hof neben der Zeche ist leider durch ein Werbebanner verdeckt. Die Darstellung gibt die historische Situation recht gut wieder.

Es gab ein weiteres Grubenfeld (Berneck II), das östlich an das von Julius Philipp grenzte. Hier baute die Zeche Alte Steinkuhle Kohle ab. Sie war schon 1737 in Betrieb. Mit zwölf Beschäftigten hatte sie 1755 die größte Belegschaft im Amt Bochum. Die Förderung war sehr bescheiden und dürfte kaum über 1000 t/a gelegen haben. 1770 endete der Stollenbetrieb. Bis 1910 gab es sporadische Versuche den Betrieb neu aufzunehmen. 1910 wurde ein Versuchsschacht abgeteuft. Er soff in den Jahren 1912 und 1913 ab. Wegen Geldmangel konnte erst 1919 neben dem Versuchsschacht ein neuer Förderschacht abgeteuft werden. Er war tonnlägig und hatte ein kleines hölzernes Gerüst. Dazu kamen einige Betriebsgebäude. Das Erscheinungsbild war ähnlich wie bei den kleinen Nachkriegszechen. Von 1920 bis 1928 lief der Betrieb. Dabei wurde mit 209 Beschäftigten 1926 die maximale Förderung von 61910 t erreicht. Danach blieb das Werkstatt- und Verwaltungsgebäude noch lange als Wohnhaus in Nutzung. Die letzten Spuren verschwanden mit dem Bau der Grundschule Am alten Kamp. Auf dem Schulhof erinnert ein Kohlenwagen an die Zeche.

Übersicht Schachtdaten

Schacht Teufbeginn Inbetriebnahme Stilllegung max. Teufe (m) Kokerei
Glücksburg Carl 1830 1830 1856 34  
Glücksburg August 1848 1848 1856 27  
Glücksburg Anna 1854 1856 1906 66  
Glücksburg Christine 1856 1857 ca. 1880 ca. 70  
Glücksburg Heintzmann 1860 1861 1892 ca. 40  
Julius Philipp 1 1875 1878 1960 376 1885 - 1904
Rohrschacht 1886 1886 1908 259  
Julius Philipp 2 1891 1892 1960 376  
Alte Steilkuhle 1919 1920 1928 ca. 60  


maximale Förderung Glücksburg 20403 t 1857

durchschnittlich 10000 t/a

maximale Förderung Julius Philipp 305678 t 1899

durchschnittlich 180000 - 280000 t/a


Der alte Stollen von Julius Philipp wurde nach dem 2. Weltkrieg wieder genutzt. Die Kleinzeche Emma-Glück erneuerte ein Teilstück. Die Anlage wurde von einem Textilveredlungsbetrieb aus Weil am Rhein betrieben. Die Kohlen wurden mit LKWs nach Essen-Borbeck zur Verladung auf Kähne gebracht. Der Betrieb lief von 1951 bis 1959. Ab 1956 wurde auch ein Schacht angelegt. Die Förderung lag bei 30000 t/a mit maximal 34612 t im Jahr 1956. In diesen Jahr starben zwei Bergleute bei einem Strebbruch. Die Belegschaft lag bei 100 bis 120 Personen.


Carl Friedrich Erbstollen

Carl Friedrich Stollen

Carl Friedrich
Im Feld der Zeche Carl Friedrich existierten seit dem 18. Jahrhundert mehrere Stollenzechen. Die Konsolidation der Vorgängerbetriebe erfolgte 1825 unter dem Namen Carl Friedrich's Erbstollen, der ab 1870 zu Carl Friedrich vereinfacht wurde. Das Grubenwasser wurde etwa ab 1840 bis zum Übergang auf Tiefbau über St. Mathias Erbstollen abgeführt. Er lag weiter westlich im Ruhrtal und war im Niveau fiefer als der Stollenzechen. Er wurde insgesamt 3,2 km lang.

Während der Stollenphase wurden zahlreiche kleine Schächte je nach Bedarf abgeteuft und schnell wieder aufgegben. Nur die länger genutzten erhielten eine Bezeichnung. Auch sie haben kaum Spuren hinterlassen, da sie nicht sehr tief waren und keine massiven Fördereinrichtungen hatten. Sie wurden auch oft wegen der Wetterführung verfüllt. Insgesamt existierten davon Dutzende pro Stollenbetrieb.
Nachdem die Kohlen über den Stollensohlen abgebaut waren wurde erst der Maschinenschacht für den Anschluss an den tiefer liegenden St. Mathias Erbstollen (Wasserabfluss) geteuft. Diese Löung war eher provisorisch und an der Kemnader Straße entstand ab 1862 die spätere Zechenanlage. Die Förderung ging fast komplett zur Henrichshütte nach Hattingen. Dazu wurde eine Dampfhaspelbahn bis zur Pferdebahn gebaut, auf der ab 1872 Lokomotiven fuhren. Nach 1884 bestand ein Eisenbahnanschluss zum Bahnhof Bochum-Weitmar. Das erste Stück verlief in einem Tunnel unter der heutigen Kreuzung Markstraße/Kemnader Straße. 1917 riss das Förderseil und beim Absturz des Förderkorbs starben 42 Bergleute. Eine Kuriosität bestand am Schacht 2. Dieser lag durch die heutige Kemnader Straße getrennt von der restlichen Anlage. Bis er eine eigene Fördermaschine erhielt lief das Förderseil quer über die Straße. Nach Prostesten wurde ein Schutz gegen Durchhängen und Durchschlagen bei einem Seilriss gebaut.
1923 wurde der Betrieb wegen zu geringer Kohlevorräte eingestellt und ein Jahr später noch mal für fünf Monate aufgenommen. Dann übernahm Prinz Regent den stillgelegten Betrieb. Bis 1929 blieben die Förderanlagen betriebsbereit. Ab 1930 wurden alle Anlagen, die nicht für Seilfahrt oder Bewetterung benötigt wurden abgerissen. Von 1932 bis 1960 blieb der Schacht 1 in Nutzung, Schacht 2 etwa bis zum Ende des 2.Weltkriegs. Eine Zeit lang bestand auch eine Teerpappenfabrik. Nach dem Abriss entstanden auf der Betriebsfläche eine Eigentumswohnanlage, Sportanlagen und eine Tankstelle. Der Schacht 1 liegt auf dem Spielplatz der Wohnanlage, Schacht 2 an einer Garage auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Das einzige erhaltene Gebäude (ehemalige Schmiede) ist zu einem Wohnhaus umgebaut.
Der nach der Stilllegung zum Wohnhaus umgebaute Maschinenschacht wurde ebenso abgerissen. Er war von 1886 bis 1896 von der damaligen Gemeinde Weitmar angepachtet und als Armenhaus genutzt. Bis zum Abriss 1972 wohnten dort etwa zehn Familien in recht beengten Verhältnissen. Die Betriebsfläche ist inzwischen bewaldet. Die Trasse der Dampfhaspelbahn ist weitgehend erhalten und wird teilweise als Reitweg genutzt. Sie verläuft parallel zum Fußweg an der südöstlichen Seite des Sternmanns Siepen.


Übersicht Schachtdaten

Schacht Teufbeginn Inbetriebnahme Stilllegung max. Teufe (m) Kokerei
Maschinenschacht 1852 1855 1873 43  
Carl Friedrich 1 1862 1865 1920 644 1882 - 1919
Carl Friedrich 2 1884 1885 192 644  
Preußischer Szepter 1853 1855 1887 150  
Brockhauser Tiefbau 1874 1876 1912 142 1891 - unbek.


Brockhauser Tiefbau
Die Zeche Brockhauser Tiefbau lag ganz in der Nähe des Maschinenschachts von Carl Friedrich. Sie hatte mehrere Stollenvorgänger, die 1873 zu Brockhauser Tiefbau konsolidierten.

Bei der Konsolidation 1873 war der Tiefbauschacht Friedrich schon 150 m tief abgeteuft. Er wurde weiter geteuft und erhielt einen massiven Schachtturm aus Bruchstein. Er wird immer wieder als Malakoffturm bezeichnet. Die "richtigen" sind viel wuchtiger und größer, wie etwa der Vergleich mit dem von Julius Philipp zeigt. Er blieb nach der Stilllegung erhalten und ist heute eines der wichtigsten Denkmale des frühen Tiefbaus. Das Grubenfeld war für eine langsfristige Perspektive zu klein und auch der Absatz war wegen der Lage in einem tief eingeschnittenen Tal schwierig. Der Hauptabnehmer war die Henrichshütte in Hattingen. Der Transport dahin war umständlich und kostenintensiv.
Die Kohleförderung erreichte maximal 42920 t im Jahr 1880 und lag sonst bei 35000 - 40000 t/a. Nach der Stilllegung 1887 kaufte Carl Friedrich die Zeche und nutzte den Schacht noch bis 1912 zur Bewetterung.


Glückwinkelburg

Glückwinkelburg Querschlag
Östlich von Carl Friedrich bestand die Zeche Glückwinkelburg. Diese baute aber nur über der Stollensohle des St. Mathias Erbstollen im Feld von Brockhauser Tiefbau Kohle ab. Sie lag recht ungünstig für den Transport der Kohlen. Man einigte sich mit Carl Friedrich über die Nutzung des dortigen Bahnnanschlusses. Dazu betrieb die Zeche eine Pferdebahn. Die Trasse ist nicht mehr erkennbar, aber die flache Mulde durch die sie verlief.
Nach der 1798 erfolgten Mutung gab es keinen oder nur ganz geringen Betrieb. Erst 1889 begann mit einem 75 m tiefen tonnlägigen Schacht die regelmäßige Kohleförderung. 1900 erreichte sie 69584 t. Danach waren die rentablen Flöze erschöpft und 1902 endete der Abbau. Man versuchte nun einen Zusammenschluss mit der Zeche Berneck. Durch einen 1,4 km langen Querschlag wurde die Kohle dorthin transortiert. Dies Phase endete schon 1904 und eine mögliche Weiterentwicklung endete 1905 mit der Stilllegung von Berneck. Im selben Jahr wurde der Förderschacht verfüllt und die Tagesanlagen abgerissen.

Schleppbahnen

Schleppbahn Glücksburg
Im Ruhrtal existierte ein sehr frühes Netz von Abfuhrwegen für die Kohle zu den Niederlagen an der Ruhr. Das älteste lag im Rauendahler Siepen. Anfangs waren dies Pferdebahnen, später auch richtige mit Lokomotiven befahrene Eisenbahnen. Die in Bochum-Stiepel beteiligten Anlagen sind hier tabellarisch zusammen gestellt.

Transportwege zu den Kohlenniederlagen

Stollen Inbetriebnahme max. Länge (m) Typ
Rauendahl
Altemann 1834   Schiebeweg
Carl Friedrich 1828 1580 Pferdebahn
Carl Wilhelm 1844 522 Schiebeweg
Friedrich (mit C.F.E.) 1834   Pferdebahn
Ignatius (mit Treue) 1835   Pferdebahn
Preußischer Zepter 1780   Schiebeweg
Treue (mit Ignatius) 1835   Pferdebahn
Lottental
Glücksburg 1825 4129 Schiebeweg/Pferdebahn
Julius Philipp 1839   Pferdebahn

Die ersten Bahnen waren Schiebewege, die teilweise zu Pferdebahnen ausgebaut wurden. Sie führten zur Kohlenniederlage an der Ruhr. Hier wurden die Kohlen gelagert oder direkt auf ein Schiff geladen. Angeschlossen waren der Carl Friedrich Erbstollen, Ignatius, Treue und die Vorläufer von Carl Friedrich. Die letzten bauten den Weg 1787 zu einer Eisenbahn aus, die über die Ruhr nach Hattingen führte. Angeschlossen war auch der St. Mathias Erbstollen weiter westlich, aus dem auch Kohle gefördert wurde. Die Bahn gilt im Sinne einer mit eisernen Schienen betriebenen Bahn als die älteste in Deutschland.
Beim weiter östlich gelegenen Schiebeweg (später Pferdebahn) waren nur Glücksburg und Julius Philipp Erbstollen beteiligt. Entlang der Schiebewege verläuft ein großer Teil des Bergbauwanderwegs Stiepel, der überwiegend die Stollenzechen thematisiert. Die aufgestellten Hinweistafeln werden vom Knappenverein Stiepel-Dorf gepflegt. Auf der Website ist der gesamte Weg beschrieben.


Alte Steinkuhle
Alte Steinkuhle 1920er Jahre
Alte Steinkuhle
Alte Steinkuhle Verwaltung Folgenutzung
Grundschule Auf dem Kamp
Grundschule Auf dem Kamp (Schacht etwa in der Baumgruppe)
Grundschule Auf dem Kamp
Grundschule Auf dem Kamp Kohlewagen
Zeche Berneck
Wandbild Zeche Berneck
Zeche Berneck
Schachtdeckel Zeche Berneck
Brockhauser Tiefbau
Brockhauser Tiefbau Schachtturm
Brockhauser Tiefbau
Brockhauser Tiefbau Schachtturm mit Infotafel
Brockhauser Tiefbau
Brockhauser Tiefbau Kohlewagen
Brockhauser Tiefbau
Brockhauser Tiefbau Abteufkübel
Carl Friedrich
Carl Friedrich Schacht 1/2 Infotafel
Carl Friedrich
Carl Friedrich Schacht 1/2 Wohnanlage
Carl Friedrich
Carl Friedrich Schacht 1/2 ehemalige Schmiede
Carl Friedrich
Carl Friedrich Schacht 1/2 Sportanlagen
Carl Friedrich
Carl Friedrich Schacht 1
Carl Friedrich
Carl Friedrich Schacht 2
Carl Friedrich
Carl Friedrich Schacht 1/2 Haldenreste
Carl Friedrich
Carl Friedrich Standort des Maschinenschachts
Carl Friedrich
Maschinenschacht Carl Friedrich Nachnutzung als Wohnhaus
Carl Friedrich
Carl Friedrich Infotafel Dampfhaspelbahn
Carl Friedrich
Carl Friedrich Widerlager für Brücke Dampfhaspelbahn
Carl Friedrich
Carl Friedrich Dampfhaspelbahn Reitweg
Bergbauwanderweg
Bergbauwanderweg Infotafel
Bergbauwanderweg
Bergbauwanderweg ehemalige Bahntrasse
Bergbauwanderweg
Bergbauwanderweg ehemalige Bahntrasse
Bergbauwanderweg
Bergbauwanderweg Infotafel Maschinenschacht
Carl Friedrich
Glücksburg Schacht Anna
Glücksburg
Glücksburg Schacht Anna Mauerreste
Glücksburg
Glücksburg Kohlenbahn Rest
Julius Philipp
Julius Philipp Erbstollen heute
Julius Philipp
Julius Philipp Erbstollen zur Betriebszeit
Julius Philipp
Julius Philipp Erbstollen Malakoff
Julius Philipp
Julius Philipp Erbstollen Malakoff
Julius Philipp
Julius Philipp Luftschacht
Prinz Regent
Prinz Regent Nachnutzung "Zeche"
Prinz Regent
Prinz Regent Lage Schacht Carl
Prinz Regent
Prinz Regent Lage Luftschacht
Prinz Regent
Prinz Regent Schacht Albert
Prinz Regent
Prinz Regent Zufahrt Gewerbegebiet
Prinz Regent
Prinz Regent Siedlung Borgholzstrasse
Prinz Regent
Prinz Regent Siedlung Brenscheder Strasse

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