Zeche Haus Aden

1939 - 1998


Haus Aden Übersicht


Die Zeche Haus Aden war eine "verspätete" Anlage. Benannt wurde sie nach einem in der Nähe gelegenen größeren ehemaligen Gutshof. Der Bereich der Grubenfelder lag in der Zone der Reservefelder und wurde daher erst spät für ein selbständiges Bergwerk interessant. Schon 1875 wurde das Grubenfeld verliehen. Erst 1939 begann das Abteufen der Schächte und 1943 wurde der Betrieb aufgenommen. Nach dem Krieg entwickelte sich die Zeche zu einer Großanlage. Nach 1970 wurde die Nachbaranlage Grimberg 3/4 angeschlossen und ab 1984 die östlichen Felderbereiche der Zeche Gneisenau. 1993 folgte der Verbund mit Monopol und 1998 der Anschluss an das Berwerk Ost. Somit hatte der eigenständige Betrieb Der Zeche eine relativ kurze Lebensdauer und sie trat auch trotz der hohen Förderkapazität kaum in Erscheinung, da ihre Lage wenig Konflikte bedingte. Öffentlich wahrgenommen wurde in den 1990er Jahren eher der Protest gegen Zechenschließungen wie bei der Zeche Hugo in Gelsenkirchen.
Mit der Nordwanderung der Abbaubetriebe begannen Schwierigkeiten durch die betriebsbedingten Bergsenkungen. Gerade der Bereich um das Schloss Cappenberg wurde zum Problemgebiet. Das frühere Kloster war ironischerweise Alterssitz von Freiherr vom Stein. Er war maßgeblich an der Verwaltung und der Modernisierung des frühen Bergbaus im Ruhrgebiet beteiligt und später preußischer Minister. Wegen befürchteter Schäden durch Bergsenkungen gab es zeitweilig Proteste einer Bürgerinitiatve.
Größere Unglücke ereigneten sich in der späten Betriebsphase - 1979 starben fünf Bergleute bei einem Gebirgsschlag und sieben bei einer Schlagwetterexplosion 1992.


Die Förderanlage mit den Schächten 1 und 2 lag direkt am Datteln-Hamm Kanal und hatte den Vorteil des Vertriebs über den eigenen Hafen. Da ausreichend Fläche vorhanden war konnten die Tagesanlagen von Anfang an großzügig geplant werden, auch bedingt durch die Autarkiepolitik des NS-Regimes. Durch den Krieg kam der geplante Ausbau für eine Förderung von 2000 t täglich nicht voran. Erst 1950 konnte diese Menge erreicht werden nachdem über dem Schacht 1 ein Doppelbockgerüst errichtet worden war. Ab etwa 1953 begann die volle Mechanisierung des Abbaus. Bis zur Stilllegung gab es keine nennenswerten Erweiterungen der Tagesanlage. Wegen des späten Starts wurde keine Kokerei gebaut, da es günstiger war die abgebaute Kohle in Kokereien auf Nachbarzechen zu veredeln. Der größte Teil der Förderung wurde über den Zechenhafen abgesetzt, der Rest mit der Bahn.
Der Schacht 2 hatte ein kleines Strebengerüst, das Anfang der 1960er Jahre durch ein Stahlkastengerüst ersetzt wurde als der Schacht tiefer geteuft wurde. Es wurde 1979 durch ein baugleiches zum Doppelbock umgebaut. Nötig wurde dies durch den Aufschluss des Nordfelds. Die beim Auffahren des Strecken anfallenden Berge abfördern zu können. Heute ist nur das Gerüst von Schacht 2 erhalten (bleibt als Denkmal), alle weiteren Betriebsanlagen sind abgerissen. Am Schacht wird das anfallende Methan in einem Blockheizkraftwerk verwertet. Eine Folgenutzung für die restliche Fläche scheint in Sicht. Nach dem Ende der Bergaufsicht Ende 2015 kann die schon lange geplante Wasserstadt ADEN entstehen. Die zusammen mit der Zeche Monopol aufgschüttete Halde Großes Holz ist inzwischen zu einem Freizeitareal umgestaltet worden. Probleme entstanden durch den Brand der alte Halde am Ende der 1960er Jahre. Bis 1974 wurde sie umgeformt und der immer noch brennende Torso mit Erde abgedeckt.

Der Schacht 3 existiert eigentlich gar nicht. Er wurde wegen der Übernahme der Schächte Grimberg 3/4 in Schacht 5 umbenannt. Er lag nordöstlich der Anlage 1/2 und war nur Luftschacht für das Ostfeld ohne größere Tageanlagen. Neben einer Befahrungseinrichtung und den Lüfteranlagen gab es nur eine Halle mit Büro und Werkstatt. Die Betriebsfläche wurde nach der Stilllegung renaturiert.



Die Schächte 6 und 7 wurden ab 1980 abgeteuft und in Betrieb genommen. Sie dienten nur der Bewetterung und der Seilfahrt und wurden gleich so geplant, dass sie wenig auffällig waren und ihre Flächen nach dem Betrieb renaturiert werden konnten. Sie lagen in einem sensiblen Bereich, der noch völlig ländlich ist. Daher gab es beim Abteufen Proteste einer Bürgerinitiative, die besonders Schäden im Bereich des Cappenberger Schlosses befürchtete. Der Eigentümer Graf von Kanitz verweigerte eine bautechnische Untersuchung des Schlosses. Der Rechtsstreit ging bis zum Bundesverfassungsgericht. 1987 wurde eine auf 30 Arbeitstage beschränkte Untersuchung genehmigt. 1988 begann der Abbau im Nordfeld. 2015 gab es immer noch Senkungen in Teilbereichen des früheren Abbaus.
Der Schacht 6 war bei seiner Inbetriebnahme mit 1388 m der tiefste im Ruhrgebiet. Heute ist die Betriebsfläche renaturiert. Über dem Schacht steht eine Protegohaube.
Der Schacht 7 ist am Rohrstutzen der Revisionsöffnung erkennbar. Das Gelände ist abgeräumt und verwaldet langsam. Das Fördergerüst wurde umgesetzt und steht heute am Schacht Lerche der Zeche Heinrich Robert. Wahrscheinlich ist der Erhalt als Denkmal wegen der einmaligen Konstruktion, die den Spitznamen "Tennisschläger" erhielt. Durch eine besondere Konstruktion konnte das Gerüst niedrig gehalten werden. Die Vierseilförderung ermöglichte kleinere Seilscheiben wegen dünnerer Seile. Das Fördermaschinenhaus konnte kleiner ausfallen, da der Antrieb in die Treibscheibe integriert wurde. Die Anlage erhielt mehrfach Preise für die architektonische Gestaltung. Mit der Inbetriebnahme 1986 bis zur Verfüllung 1998 war der Schacht nur 12 Jahre in Betrieb, Schacht 6 nur drei Jahre länger.

Übersicht Schachtdaten

Schacht Teufbeginn Inbetriebnahme Stilllegung max. Teufe (m)
1 1939 1943 2000 809
2 1938 1943 2001 925
3 (5) 1956 1959 1994 745
3 (Grimberg 3)   ab 1974 1994 1635
4 (Grimberg 4)   ab 1974 1994 1096
6 (Langern) 1979 1983 1998 1365
7 (Romberg) 1983 1986 1998 1045
Victoria 1   ab 1985 1998  
Victoria 2   ab 1985 1998  
Kurl 3   ab 1985 1998  
Grimberg 1   ab 1993 2002  
Grimberg 2   ab 1993 2002  
Grillo 1   ab 1993 2002  
Grillo 4   ab 1993 1998  
Werne 3   ab 1993 2000  


maximale Förderung 4.884465 t 1983

durchschnittlich 3,3 - 3,9 Mio. t/a


Der Schacht Haus Aden 2 blieb noch für die zentrale Wasserhaltung nach 2001 weiter offen. Er soll wie der Schacht Grimberg 2 beim Verfüllen Rohreinbauten erhalten, in die Tauchpumpen für die weiter zu betreibende Wasserhaltung eingehängt werden können.


Haus Aden 1/2
Haus Aden Schacht 1/2 im Jahr 1958
Haus Aden 2
Haus Aden Schacht 2
Haus Aden 2
Haus Aden Schacht 2
Haus Aden 2
Haus Aden Schacht 2
Haus Aden 5
Haus Aden Schacht 5 im Jahr 2010
Haus Aden 5
Haus Aden Schacht 5 mit Protegohaube 2014
Haus Aden 5
Haus Aden Schacht 5 Betriebsgebäude
Haus Aden 6
Haus Aden Schacht 6 mit Protegohaube
Haus Aden 6
Haus Aden Schacht 6 im renaturierten Umfeld
Haus Aden 7
Haus Aden Schacht 7 Revisionsöffnung

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