Zeche Carl Funke in Essen-Heisingen

1854 - 1975


Carl Funke Übersicht


Der Betrieb begann mit dem Stollenbetrieb Hundsnocken, der 1773 erstmalig erwähnt wurde. Dessen Stollen und tonnlägigen Schächte bildeten den Ansatz für die Rheinischen Anthrazit Kohlenwerke ab 1899. Deren marode Betriebsanlagen gingen 1909 in der Zeche Carl Funke auf. Benannt wurde sie nach dem Betriebsdirektor der Zeche Pörtingssiepen, der eine umfassende Modernisierung und Neustrukturierung der Anlage betrieb. 1885 erwarb Pörtingssiepen die Zeche Heisinger Tiefbau, die Betriebe blieben getrennt. In der letzten Betriebsphase wurden Felder der angrenzenden Zechen übernommen und der hydromechanische Abbau aufgenommen. Dieser konnte die endgültige Stilllegung nicht verhindern.
Carl Funke erkannte früh, dass die kleinen Zechenbetriebe im Ruhrtal alleine nicht überleben konnten. Er kaufte systematisch Zechen auf oder erwarb die Mehrheit der Kuxen und legte die Betriebe zusammen. Gleichzeitig modernisierte er die Tagesanlagen und erschloss sich neue Absatzmöglichkeiten, z.B. mit dem Bahnanschluss von Pörtingssiepen das Bergische Land und den Raum Wuppertal. Als erster im Ruhrgebiet baute er Brikettfabriken nach den belgischen und frnzösischen Vorbildern und konnte so die fast unverkäufliche Feinkohle verwerten. Auch baute er schon früher als andere Kohlewäschen und konnte sortenreine Kohle anbieten. Gewinne wurden reinvestiert und weitere Investitionen mit Krediten finanziert. Damit erwirtschaftete Carl Funke über mehrere Jahrzehnte ordentliche Renditen und überstand Krisenzeiten besser als viele andere Unternehmer.
Mit der Zeche Pörtingssiepen (später auch Pörtingsiepen genannt) bestand schon früh eine Verbindung und ab 1967 ein Verbund. Die dazu nötige Neuausrichtung des Betriebs (u.a. 18 km Gleise umspuren im laufenden Betrieb) und der Anbindung von Nachbarfeldern zeigt in der Übersichtskarte gut, wie die Tektonik die Anlagen unter Tage beeinflusst. Da hier kein Deckgebirge wie weiter nördlich vorliegt sind die Mulden und Sättel über Tage in SW-NE Ausrichtung gut erkennbar, sowohl an den Höhenzügen als auch den alten Hauptstraßen. Diese Struktur wird auch in der Lage der Schächte abgebildet. Vom Schacht Pörtingssiepen 2 bis Dahlhauser Tiefbau 2 liegen diese alle in einer Achse SW-NE, nach der die Grubenbaue seit jeher ausgerichtet wurden.
Während der Betriebszeit blieben alle Teilanlagen von größeren Unglücken mit Toten verschont.
Da der Baldeneysee in der ehemaligen Ruhraue liegt, hat es dort auch wegen der regelmäßigen Hochwässer keine Betriebsanlagen gegeben.

Die Vorgängerbetriebe waren klein und bauten verzettelt jeweils in einem Flöz ab. Erschwerend war die Sutanüberschiebung, eine Störung die genau im Bereich dieser Stollen liegt.


Carl Funke

Hundsnocken

Carl Funke 1/2
Die Anlage Carl Funke entwickelte sich aus der Stollenzeche Hundsnocken, die 1871 in Heisinger Tiefbau umbenannt wurde. Sie betrieb mehrere tonnlägige Schächte, und wurde 1899 in Rheinische Antracit-Kohlenwerke umbenannt wurde. Bis dahin bestanden immer wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Der eigentliche Beginn als Tiefbauzeche begann mit dem Abteufen des Schachts Friedrich Wilhelm, der später als Carl Funke 1 weiter betrieben wurde. Die Anlage war sehr beengt, da nur ein schmaler Streifen zwischen der Ruhr und dem Berghang nutzbar war. Daher wurde die Bergehalde oberhalb der Zeche angelegt und auch das Absetzbecken der Kohlenwäsche lag oberhalb der Betriebsfläche. Die Betriebsgebäude waren ineinander verschachtelt und entsprachen mit der Zeit immer weniger den Anforderungen eines modernen Betriebs. Eine gründliche Modernisierung am Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Bau einer Brikettfabrik machte die Zeche für Jahrzehnte zu einem rentablen Betrieb. Die nächste große Investition mit der ab 1967 die Turmförderunganlage am Schacht 2 zahlte sich nicht mehr aus, da die wirtschaftlich gewinnbaren Vorräte schon zu diesem Zeitpunkt fast erschöpft waren und überwiegend in steiler Lagerung anstanden. Diese konnten kaum mechanisiert gewonnen werden, was höhere Personalkosten bedeutete. Als fast reine Hausbrandzeche brach durch die Konkurrenz des Heizöls der Absatz immer stärker ein.
Durch den Anschluss benachbarter Grubenfelder vergrößerte sich die Berechtsame ab 1931. 1967 kam es zum Verbund mit der auf der gegenüberliegenden Seite des Baldeneysees gelegenen Anlage Poertingssiepen zu Ver. Poertingssiepen/Carl Funke. Für den Betrieb hatte dies keine Auswirkung. Beide Teilanlagen waren Förderstandorte. Ende 1972 wurde die Förderung auf Pörtingssiepen eingestellt, Ende April 1973 auch auf Carl Funke. Hier blieb die Brikettfabrik noch bis Ende März 1975 in Betrieb. 1984 wurden die Betriebsgebäude abgerissen. Hier wurden vorher noch einige Szenen eines Tatorts gedreht.
Das Gelände ist heute renaturiert und das Gerüst von Schacht 1 ist als Denkmal erhalten. Ein Teil der Fläche wurde von einem Kleingartenverein übernommen, der auch das alte Pförtnerhaus nutzt, das als einziges Gebäude erhalten blieb. Schacht 2 liegt am nördlichen Rand des Geländes. Neben dem Schachtdeckel sitzt auf einem Rohrstutzen eine Informationstafel mit den Schachtdaten. Die Anschlussbahn zum Bahnhof Kupferdreh ist zu einem stark genutzten Radweg umgebaut, da die Brücke über die Ruhr weite Umwege erspart. Erhalten ist auch die Zechensiedlung, die weitgehend im Originalzustand ist.

Prinz Friedrich

Prinz Friedrich Stollen

Prinz Friedrich
Schon seit 1852 bestanden Vorgängerbetriebe, die in Stollen Kohle und Kohleeisenstein abbauten. Sie setzten gemeinsam den Prinz Friedrich Stolln an, der am Deilbach nahe dem Kupferdreher Marktplatz lag. Er diente auch zur Wasserlösung von Ver. Emil & Ida, Gilles Antoine, Gottessegen und Mühlenbank.

Ab 1872 wurde der Stollen mit Ver. Emil & Ida, Noch zum Glück, Mühlenbank, Gottessegen und einem Stollen in Flöz Geitling zu Prinz Friedrich konsolidiert. 1891 wurde die Zeche Gilles Antoine übernommen und ihr Schacht für den Tiefbau genutzt. Dieser endete 1896 und 1903 der restliche Betrieb, da die Kohlen über der Stollensohle abgebaut waren. Das Feld übernahm die Zeche Altendorfer Tiefbau. Der geplante Abbau wurde wegen wirtschaflicher Probleme nicht realisiert (Stilllegung 1914). Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Betrieb aus einem tonnlägigen Schacht ab 1918 wieder aufgenommen. Der neue Tiefbauschacht war nur wegen des Kohlesyndikats abgeteuft worden. Nur von 1923 bis 1930 lief der Betrieb. Ab 1931 wurde der Schacht unter dem Namen Carl Funke 3 für Wetterführung und Seilfahrt weiter genutzt. Die Fördermenge war immer bescheiden - im Stollenbetrieb 10000 - 20000 t/a im 19. Jahrhundert, später rd. 40000 t/a mit dem Maximum von 112292 t 1925 im Tiefbaubetrieb.
Die Betriebsfläche ist heute Gewerbebgebiet. Der Schacht liegt nicht frei zugänglich auf einem Betriebsgelände. Der lange verrohrte Deilbach ist seit 2016 wieder frei gelegt und teilt das Betriebsgelände in den gewerblichen Teil und den renaturierten Bereich, der einen neuen Grünzug bis zum Baldeneysee bildet. Hier liegt auch der Standort der Hespertalbahn, die auf dem früheren Zechenanschlussgleis bis zum Haus Scheppen einen Museumsbahnbetrieb betreibt.

Carl Funke 4, 5 und 6

Carl Funke 4
Weitere Betriebsanlagen waren die Kleinzeche Düschenhofer Wald (1952-1964) als typischer Stollenbetrieb in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Die hier gewonnene Kohle wurde mit LKWs zur Aufbereitung am Schacht 1/2 transportiert. Für den geplanten Kohleabbau im Ostfeld wurde ab 1957 in unmittelbarer Nähe der Schacht 4 abgeteuft, der 1959 in Betrieb ging. Hier gab es den einzigen "Tagebau" im Ruhrgebiet. Dabei wurde das Flöz Geitling bis 60 m Teufe von Tage aus abgebaut (Düschenhofer Wald 3). Die gewählte Abbaumethode war dieselbe wie beim Abbau unter Tage. Das beim Abteufen von Schacht 4 direkt daneben anfallende Gestein wurde als Bergeversatz eingebracht. Der Betrieb lief bis zur Fertgstellung des Schachts. Der tiefere Teil des Flözes wurde später im Hydrobetrieb abgebaut. Die das Flöz überlagernde Schicht aus Mutterboden und Lehm wurde zwischengelagert und bei der Renaturierung wieder aufgetragen, wodurch alle Spuren des Betriebs verschwanden. Der Schacht war Wetterschacht und mit demBeginn des Hydroabetriebs Seilfahrtschacht für 300 Bergleute. Dazu kam das beim Abbaueingesetzte Material.
Heute wird das Gelände von Schacht 4 von einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb genutzt. Im Fördermaschinenhaus ist das Büro untergebracht. An der Seitenfassade ist noch der Durchlass für das Förderseil erkennbar. Der Schacht mit Infotafel und Nachfüllöffnung liegt im Privatbereich. Die hier gelegen Markenkontrolle wurde zu einem Wohnhaus umgebaut.
Im Bereich des Schachtes begann ab 1971 der hydromechanische Abbau, der sich als nicht rentabel erwies. Eigentlich sollte eine kostengünstige Abbaumethode in der steilen Lagerung entwickelt werden. Nur die Wasserwerfertechnik wurde dabei praxisreif. Schon die aufwändige Trennung der Rohkohle unter Tage verdeutlicht die Probleme des Hydrobergbaus. Hier wurde Feinstkohle unter 1 mm Korngröße eingedickt und durch eine 6 km lange Pipeline zur Aufbereitung gepumpt. Die Fraktion bis 10 mm wurde in Förderwagen traditionell direkt zur Brikettfabrik oder zum Landabsatz gebracht. Alles Gröbere lief wie beim konventionellen Abbau durch die Wäsche übertage. Die Bergeanteile blieben so weit wie möglich unter Tage. Das größte Problem war der Verschleiss von Rohren und Pumpen. Auch die Hydrozeche Hansa in Dortmund (1977 - 1980) konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Alle Abbauversuche mit Wasserwerfern wurden als Forschungsprojekte finanziell unterstützt. Ohne diese Gelder wäre vermutlich garnicht mit dieser Technik experimentiert worden.
1965 wurde das Feld der stillgelegten Zeche Dahlhauser Tiefbau übernommen und bis Ende Juni 1966 dort die Restvorräte abgebaut. Der Schacht Altendorfer Tiefbau 2 wurde als Schacht Carl Funke 5 geführt, der Schacht Dahlhauser Tiefbau als Carl Funke 6. Beide Schächte blieben noch bis 1972 als Luftschächte für den Hydroabbau offen. Ausführliche Geschichte beiden Anlagen unter Altendorfer Tiefbau und Dahlhauser Tiefbau.

Gottfried Wilhelm

Gottfried Wilhelm
Als eigenständige Nebenanlage wurde die Anlage Gottfried Wilhelm weit ab von den damaligen Siedlungbereichen abgeteuft, mitten im Schellenberger Wald. Hier war schon ab 1771 Stollenbergbau umgegangen. 1903 wurde das Grubenfeld unter Tage von Pörtingssiepen aus erschlossen und der Plan zu einer neuen Schachtanlage ausgearbeitet. Das nötige Gelände konnte nach langen Verhandlungen mit dem Grundeigentümer Freiherr von Vittinghoff gepachtet werden.
Ab 1907 wurde der Schacht 1 abgeteuft, die Förderung 1909 aufgenommen. Die Abwetter wurden über Carl Funke und Pörtingssiepen abgeleitet, bis der von 1913 - 1914 geteufte Wetterschacht fertig wurde. Bedingt durch ihre Lage hatte die Zeche keine weiteren Anlagen am Förderstandort. Über eine 1,4 km lange Seilbahn ging die Förderung zur Aufbereitung am Bahnhof Rellinghausen. Ab 1942 wurden die Kohlen unter Tage nach Carl Funke und Pörtingssiepen gebracht. Ab 1951 kam erst die Belegschaft und ab 1958 der Gesamtbetrieb zu Carl Funke. Wegen der stark gestörten Lagerverhältnisse wurde die Zeche auch "Elend im Walde" genannt. Die Förderung lag im Schnitt bei 300000 - 400000 t/a, das Maximum von 483694 t wurde 1913 erreicht.
Nach der Stillegung sind sämtliche Tagesanlagen und die Seilbahn verschwunden, die Betriebsfläche und eine kleine Zungenhalde wieder bewaldet. Die beiden Schächte sind eingezäunt und durch Informationstafeln neben den Schachtdeckeln gekennzeichnet. Auf der Fläche der Aufbereitung steht heute ein Baumarkt. Nur die Zechensiedlung blieb erhalten.

Pörtingssiepen

Pörtinggssiepen Stollen
Die Zeche Pörtinggssiepen war eine der ältesten im Ruhrgebiet. Der Name geht auf das Tälchen (Siepen) in der Nähe des Hofs Pörting zurück. Schon 1578 ist hier Kohleabbau belegt, eher in der Art der Kohlengräberei. Auch um 1704 überlieferte Angaben über den "Abbau auf im Freien liegende Kohlenbänke" deutet auf einfachsten Bergbau hin. 1777 wurden vier Längenfelder verliehen und 1779 nach der Konzession durch den Abt von Werden mit dem Auffahren von Stollen begonnen.

Die Rechtslage war damals recht schwammig, da im Bereich Werden noch nicht das preußische Bergrecht mit klaren Vorgaben galt. So kam es nach der Zerstörung des Stollens durch die Zeche Schmalscheid zu einem Rechtsstreit, der 1788 zugunsten von Pörtingssiepen ausging. 1809 gab es erneut zu Streitereien, die sich bis mindestens 1829 hinzogen.
Ein erster Stollen um 1791 war etwa 400 m lang. In seinem Bereich lagen 23 Haspelschächte. Ein geplanter Abbau lässt sich daraus nicht ableiten. Etwa ab 1802 startete mit dem Vortrieb des Pörtingssieper Erbstollen ein geregelter Kohleabbau. 1806 wurde ein hölzener Schienenweg zur Kohleniederlage an der Ruhr in Betrieb und ab 1813 der Gerhardstollen aufgefahren. Er war ausgemauert und hatte Erbstollencharakter, da über ihn das Grubenwasser abfloss. Ab 1820 war auch der Oberstollen in Betrieb und ab 1830 von hier aus eine 400 m lange Pferdebahn zur Ruhrniederlage. Die Förderung erreicht beachtliche 13000 bis 20000 t jährlich. Im Oberstollen wurde mit dem Übergang zum Tiefbau 1835/36 der Schacht 1 (Ruhrschacht) abgeteuft. 1861 wurde nach über Tage hochgebrochen und danach tiefer geteuft. Mit dem Niedergang der Ruhrschiffahrt endete die Förderung im Schacht. Bis 1890 war der Ruhrschacht noch zur Fahrung und Bewetterung in Betrieb. Danach wurde er verfüllt. Die Ruine des Schachthauses ist noch 1926 auf einem Luftbild erkennbar. Bis zur Konsolidation zu Ver. Pörtingssiepen lag die Förderung bei 20000 bis 25000 t/a.
Am Schacht steht heute neben der Revisionsöffnung ein Infoschild mit den Schachtdaten, das Umfeld ist renaturiert.

Pörtinggssiepen 2
Die eigentliche Tiefbauphase der Zeche begann mit dem Abteufen von Schacht 2, der auch Eisenbahnschacht genannt wurde, da er Anschluss an den Bahnhof Kupferdreh hatte. Die dort verkehrende Prinz Wilhelm Bahn war eine der ersten in Deutschland. Hier zeigt sich beispielhaft die enge Verbindung von Eisenbahn und Bergbau, die immer wechselseitig war. Der Bergbau hatte ein günstiges Transportmittel. In Krisenzeiten war aber auch die Bahn umgekehrt vom geringeren Transportvolumen betroffen.
Der Malakoffturm wurde 1927 durch ein Stebengerüst ersetzt und gesamte Anlage modernisiert. Der letzte Umbau erfolgte 1959 mit der Einrichtung einer Turmförderanlage. Diese war nur wenige Jahre zur Förderung in Nutzung, da schon 1973 die Förderung eingestellt wurde. Es wurde auch angrenzende Grubenfeldern übernommen (1892 Kaiserin Augusta, 1897 Stockgesbank & Dodelle).
Sämtliche Betriebsanlagen sind verschwunden und die Betriebsflächen renaturiert. Der Bereich um den Schacht und die Betriebsgebäude ist aufgeforstet. Hier sind drei Tagesöffnungen durch Revisionsöffnungen, Nachfüllrohre und Schilder erkennbar (Wetterschacht 1, ein Wetterberg und Schacht 2). Der Haldenbereich ist parkartig gestaltet. Am südlichen Zugang steht eine Seilscheibe und ein Infotafel zur Geschichte der Zeche.

Pörtinggssiepen 3
Mit dem stärkeren Abbau im Südfeld wurde ein weiterer Schacht nötig. 1941 ging Schacht 3 in Betrieb für Seilfahrt, Materialförderung und als Wetterschacht. Von hier aus wurde auch ein Teil des ehemaligen Grubenfelds der Zeche Kaiserin Augusta erschlossen. Nach dem Konkurs 1892 hatte Pörtingssiepen die Berechtsame erworben, den Betrieb aber nicht weiter geführt. Am Schacht steht neben dem Rohrstutzen der Revisionsöffnung eine Infotafel. Der Abbau ging hier bis zu einer Teufe von 1009 m in einem Blindschacht. Die Betriebsfläche ist aufgeforstet. Der Schacht mit Revisionsöffnug, Nachfüllrohr und Infotafel ist während der Vegetationsphase fast nicht zu finden.
In der Nähe befand sich noch ein Bergeschacht. Das Material konnte auf dem nicht mehr vorhandenen Bahngleis angeliefert werden. Daneben wurde ein kleiner Steinbruch mit einer Bergebrechanlage betrieben. Zum Schacht 3 eine Verbindungsstrecke aufgefahren. Dort war im Schacht eine Bergtreppe installiert, die das Material verteilte. Benötigt wurde es zum Abbau im Feld der Zeche Kaiserin Augusta. Zu sehen sind die Revisionsöffnung und die Infotafel.
Am 2. Juni 1961 geriet der Schacht 3 in ernsthafte Schwierigkeiten. Im Schacht war seit 1958 eine Bergefalltreppe zur Versorgung der vielen kleinen Abbaubetriebe mit Versatzmaterial eingebaut. Bei Anlieferung mit Förderwagen wäre der Schacht überlastet gewesen. Durch Starkregen staute sich ein verrohrter Bachlauf auf und drückte Wasser durch die Kanalisation auf das Betriebsgelände. Etwa 10000 m³ stürzten in den Schacht und überfluteten den tiefsten Teil der 6. Sohle bis auf 1,4 m Höhe. Mit einem Großeinsatz von Feuerwehren und THW konnte ein Damm errichtet werde, der das Wasser aufhielt. Am 8. Juni lief der Betrieb unter Tage wieder an.

Kaiserin Augusta

Kaiserin Augusta
Die Zeche enstand 1873 aus mehreren Vorgängerbetrieben. Trotz wohlklingender Namen blieben diese eher unbedeutend. Die Namenspatin Augusta war Königin von Preußen und als Ehefrau Wilhelms I. auch Deutsche Kaiserin.

Der Betrieb von Kaiserin Augusta begann mit der Konsolidation von Große Bovermannswiese, Königin Augusta und Große Bovermannswiese im Jahr 1873. Gefördert wurde im Schacht von Königin Augusta in Flöz Geitling. Dieser war für größere Teufen nicht geeignet. 1880 war er 205 m tief (als tonnlägiger Schacht ca. 230 m). Durchschnittlich lag die Förderung bei 33000 t/a. 1886 wurden maximal 52478 t erreicht. 1890 waren es nur noch 21394 t. Da für einen leistungsfähigeren Schacht die finanziellen Mittel fehlten und die Wasserzuflüsse hoch waren kam es 1892 zum Konkurs und der Übernahme durch Pörtingssiepen.

Ver. Stöckgesbank & Dodelle

Stöckgesbank & Dodelle
Dieser Stollenbetrieb hatte drei Vorläufer.


Übersicht Schachtdaten

Schacht Teufbeginn Inbetriebnahme Stilllegung max. Teufe (m) Brikettfabrik
CF 1 (Friedrich Wilhelm) 1896 1899 1973 549 1907 - 1936
CF 1 Nebenschacht 1910 1911 vor 1920 108  
CF 2 1925 1926 1973 549 1949 - 1975
CF 3 (Prinz Friedrich) 1920 1923 1973 227  
CF 4 1957 1959 1973 675  
CF 5 (Altendorfer Tiefbau 2)   ab 1965 1972 732  
CF 6 (Dahlhauser Tiefbau 2)   ab 1965 1972 732  
Gottfried Wilhelm 1 1907 1909 1973 834 1909 - ca. 1942
Gottfried Wilhelm 2 1913 1914 1973 449  
Pörtingssiepen 1 1835 1836 1890 95  
Pörtingssiepen 2 1872 1875 1972 767 1888 - 1972
Pörtingssiepen w1 1885 1888 1972 550  
Pörtingssiepen w2 1899 1900 1935 144 t/40 s  
Pörtingssiepen 3 1937 1941 1972 820  
PS Bergeschacht 1943 1944 ca. 1968 34  
Kaiserin Augusta 1864 1865 1891 205  


maximale Förderung Carl Funke 644586 t 1966
durchschnittlich 350000 - 600000 t/a

maximale Förderung Pörtingssiepen 630858 t 1943
durchschnittlich 200000 - 500000 t/a

maximale Förderung im Verbund 1.146481 t 1968
durchschnittlich 1 Mio. t/a


Durch die Anlage des Baldeneysees wurden ab 1932 alle Stollen auf der Südseite abgeddämmt. Die Gefahr von Wassereinbrüchen bei starkem Hochwasser war nicht kalkulierbar. Betroffen waren i.W. die Stollen von Pörtingssiepen. Mehrere Stollen waren schon durch Aufschüttungen eines Bahndamms oder Gebäudegrundmauern abgeddämmt. Auf der Nordseite des Sees lagen alle Stollen wegen des Steilhangs über der Hochwasserniveau.
Besonders gesichert wurden nur der Maasstollen, Gerhardstollen und der Stöckgesbänker Erbstollen. Dazu wurden erst die Mundlöcher freigelegt und im vordern Bereich auch Schürfe gesetzt. Dabei zeigte sich der Gerhardstollen bis 237 m Länge durch die starke Ausmauerung als völlig intakt. Er war 1,80 hoch und und 33 m vom Mundloch sogar 3,30 m auf einer Länge von 60 m. Ab 237 m stand der Stollen in Holzzimmerung, die teilweise zu Bruch gegangen war (Störungskluft). Die Aufwältigung war daher schwierig. Bei 340 m Entfernung vom Mundloch wurde dann eine geeignete Stelle für zwei Mauerdämme (2 m stark, im Abstand von 2 m) gefunden werden. Die Risse um die Dämme wurden mit eingespritztem Zement abgedichtet und der Zwischenraum genauso wie der Stollen bis zum Mundloch mit Lehm verfüllt. Am 1. April 1933 war die Sicherung fertiggestellt. Theoretisch wäre der Stollen damit immer noch befahrbar.
Der Maasstollen war 1,40 m hoch und im vorderen Bereich noch intakt. Er war in Trockenmaurung mit plattenartig behauenen Steinen und gewölbten Scheitelbögen sorgfältig ausgebaut. Im weiteren Verlauf war er fast ganz zusammengebrochen, da das von ihm durchfahrene Gebirge aus einer 1,60 m tiefen, dem Felsen vorgelagerten Geröll- und Kiesanschwemmung von etwa 20 m Höhe bestand. Das Karbon wurde erst in einer Entfernung von 215 m erreicht. Nach der Aufwältigung wurden 250 m vom Mundloch zwei Mauerdämme (1 m stark, im Abstand von 2 m) gesetzt. Auch hier wurde zum Abdichten Lehm eingebracht.
Der Stöckgesbänker Erbstollen war am Mundloch 1,7 m hoch, stand mit seinem ersten Teil im Terrassenkies der Ruhr und lag, soweit festzustellen war, ganz zu Bruch. Hier reichte es den Stollen durch einen einen Meter starken Betondamm abzuschließen. Soweit es möglich war, wurde er noch über den im Stollen lagernden Massen bis zur Firste durch Einstampfen von Lehm vollständig abgedichtet.

Maasstollen
Freigelegtes Mundloch des Maasstollen mit Maaskotten im Abbruch
Maasstollen
Freigelegtes Mundloch des Maasstollen im Detail
Maasstollen
Im Schurfgraben angeschnittener Maasstollen
Gerhardstollen
Freigelegtes Mundloch des Gerhardstollen
Stöckgesbänker Erbstollen
Verbrochener Stöckges- bänker Erbstollen mit Drainagerohr


Carl Funke 1/2
Carl Funke 1/2 in den 1920er Jahren
Carl Funke 1/2
Carl Funke 1/2 im Jahr 1936
Carl Funke 1/2
Carl Funke Schacht 1
Carl Funke 1/2
Carl Funke Schacht 1
Carl Funke 1/2
Carl Funke Schacht 1
Carl Funke 1/2
Carl Funke Schacht 1
Carl Funke 1/2
Modell von Schacht 1 auf einer Verkehrsinsel in Essen-Heisingen
Carl Funke 1/2
Modell im Detail
Carl Funke 1/2
Schachtöffnung von Schacht Carl Funke 2
Carl Funke 1/2
Umbau Carl Funke 2
Carl Funke 1/2
Zechengelände bei Beginn des Abrisses, vorne Kohlenwäsche
Carl Funke 1/2
Schacht 1, daneben die Kohlenwäsche
Carl Funke 1/2
Schacht 1 mit Fördermaschinenhaus
Carl Funke 1/2
Brikettfabrik mit Verladung
Carl Funke 1/2
Kompressorenhaus
Carl Funke 1/2
Brikettfabrik, daneben Schacht 2
Carl Funke 1/2
Zechenfront zum Baldeneysee
Carl Funke 1/2
Turmförderung von Schacht 2
Carl Funke 1/2
Brikettverladung
Carl Funke 1/2
Zechenhalde
Carl Funke 1/2
Bergebrechanlage auf der Halde
Carl Funke 1/2
Kesselhaus im Berghang
Carl Funke 1/2
Pförtnerhaus
Carl Funke 1/2
Zecheneingang 2016
Carl Funke 1/2
Pförtnerhaus 2016
Carl Funke 1/2
Zechensiedlung
Carl Funke 1/2
Zechensiedlung
Carl Funke 1/2
Zechensiedlung
Prinz Friedrich
Stollen Prinz-Friederich im Jahr 1936
Prinz Friedrich
Schacht Prinz-Friederich 1950er Jahre
Prinz Friedrich
Carl Funke Schacht 3
Prinz Friedrich
Carl Funke Schacht 3 hinter dem Zaun
Prinz Friedrich
Folgenutzung Carl Funke Schacht 3
Prinz Friedrich
Der wieder frei fließende Deilbach
Prinz Friedrich
Folgenutzung Carl Funke Schacht 3
Prinz Friedrich
Folgenutzung Carl Funke Schacht 3
Prinz Friedrich
Folgenutzung Carl Funke Schacht 3
Prinz Friedrich
Folgenutzung Carl Funke Schacht 3, Fassade der Waschkaue/Verwaltung
Prinz Friedrich
Detailansicht
Prinz Friedrich
Folgenutzung Carl Funke Schacht 3
Carl Funke 4
Tagebau am Schacht Carl Funke 4
Carl Funke 4
Abbauschema
Carl Funke 4
Lagerung der Flöze am Schacht Carl Funke 4
Carl Funke 4
Carl Funke 4 aus der Luft im Jahr 1960
Carl Funke 4
Carl Funke 4 aus der Luft im Jahr 1960 im Jahr 1960
Carl Funke 4
Carl Funke 4 Zufahrt
Carl Funke 4
Fördermschinenhaus Carl Funke 4
Carl Funke 4
Revisionsöffnung Carl Funke 4
Carl Funke 5
Carl Funke 5 (Auf- wältigung Altendorfer Tiefbau 2)
Carl Funke 6
Carl Funke 6 (Umbau von Dahlhauser Tiefbau 2)
Gottfried Wilhelm
Gottfried Wilhelm im Jahr 1913
Gottfried Wilhelm
Gottfried Wilhelm im Jahr 1953
Gottfried Wilhelm
Gottfried Wilhelm Schacht 1
Gottfried Wilhelm
Gottfried Wilhelm Schacht 1
Gottfried Wilhelm
Gottfried Wilhelm Schacht 1
Gottfried Wilhelm
Gottfried Wilhelm Schacht 2
Gottfried Wilhelm
Gottfried Wilhelm Schacht 2
Gottfried Wilhelm
Gottfried Wilhelm Zungenhalde
Gottfried Wilhelm
Gottfried Wilhelm Zungenhalde
Gottfried Wilhelm
Gottfried Wilhelm Aufbereitung und Brikettfabrik
Gottfried Wilhelm
Folgenutzung durch einen Baumarkt
Gottfried Wilhelm
Folgenutzung durch einen Baumarkt
Pörtingssiepen 2
Revisionsöffnung von Pörtingssiepen Schacht 1
Pörtingssiepen 2
Grundriss von Pörtingssiepen Schacht 1
Pörtingssiepen 2
Pörtingssiepen Schacht 2 im Jahr 1913
Pörtingssiepen 2
Pörtingssiepen Schacht 2 im Jahr 1913
Pörtingssiepen 2
Pörtingssiepen Schacht 2 im Jahr 1938
Pörtingssiepen 2
Pörtingssiepen Schacht 2 in den 1950er Jahren
Pörtingssiepen 2
Pörtingssiepen Schacht 2 im Jahr 1959 beim Umbau
Pörtingssiepen 2
Pörtingssiepen Schacht 2 im Jahr 1970
Pörtingssiepen 2
Pörtingssiepen Schacht 2 kurz vor dem Abriss
Pörtingssiepen 2
Pörtingssiepen Schacht2
Pörtingssiepen 2
Pörtingssiepen Wetterschacht
Pörtingssiepen 2
Pörtingssiepen Wetterschacht
Pörtingssiepen 2
Pörtingssiepen Wetterberg
Pörtingssiepen Bergeschacht
Pörtingssiepen Bergeschacht
Pörtingssiepen Bergeschacht
Pörtingssiepen Bergeschacht
Pörtingssiepen 3
Pörtingssiepen Schacht 3 rekultivierte Betriebsfläche
Pörtingssiepen 3
Pörtingssiepen Schacht 3 Revisionsöffnung
Pörtingssiepen 3
Pörtingssiepen Schacht 3 Revisionsöffnung
Pörtingssiepen 3
Pörtingssiepen Schacht 3 Bergefalltreppe

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