Zeche Alstaden in Oberhausen-Alstaden

1857 - 1973

Die nach dem Oberhausener Stadtteil benannte Zeche war eine reine Hausbrandzeche, bedingt durch die ungünstige Lage des Grubenfelds an Südrand des flözführenden Karbons. Etwa 2/3 der Flöze waren nicht bauwürdig und die zur Verkokung geeigneten Fettkohlen reichten nicht für eine eigene Kokerei. Daher wurde fast nur Esskohle abgebaut und in Brikettform als Hausbrand vermarktet. Als nach dem 2. Weltkrieg klar wurde, dass dies keine langfristige Perspektive bildete, versuchte man eine Fusion mit der nördlicher gelegenen Zeche Concordia. Diese scheiterte jedoch wegen der Kosten und der dortigen Ausrichtung auf Kokskohle.
Eine Episode blieb die Förderung von Sole und das von 1884 - 1909 betriebene Bad am Schacht 1. Ab 1909 wurde die Sole zum Bad in Mülheim-Raffelsberg geliefert.
Bis 1859 wurde die Zeche unter dem Namen Swalmius betrieben.
Vom Schacht 1 bestand eine Verbindung zum Oberhausener Bahnhof (Pferdeeisenbahn) von 1863 bis Mitte der 1880er Jahre. Daneben gab es auch eine zeitlang einen Hafen an der Ruhr, der mit Inbetriebnahme von Schacht 2 überflüssig wurde. Die Halde wurde ab den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts abgetragen, da starke Bergsenkungen einen Vollversatz unter Tage nötig machten. Dadurch waren auch die Ruhrdeiche gefährdet. Der als einziges Gebäude erhaltene ehemalige Pferdestall soll bis 2012 zu einem Literaturcafe umgebaut werden.
Schon früh konzentrierten sich die Aktivitäten am Standort Schacht 2/3, da hier auch die bauwürdigen Flöze anstanden und der Eisenbahnanschluß gegeben war. Die in der Ruhraue gelegene Halde wurde nach der Stilllegung von der Stadt Oberhausen gekauft und geriet bei Erkundungsbohrungen in Brand. Es entzündete sich Feinkohle, die früher als unbrauchbar abgekippt wurde und der Schwelbrand bestand jahrelang. Zum Schutz der Ruhr wurde daher ein Ringdeich um die Halde gelegt, da schädliche Stoffe durch Niederschläge ausgewaschen und die Halde wegen der Rauchgase abgetragen wurde. Heute befindet sich dort ein parkartiges Feuchtbiotop.
Das ehemalige Zechengelände ist zum größten Teil mit Wohnhäusern überbaut, da wegen der fehlenden Kokerei keine Altlasten anfielen. Die beiden Schächte liegen eingezäunt und mit Protegohauben versehen in einem Grünstreifen.
Schacht Teufbeginn Inbetriebnahme Stilllegung max. Teufe (m) Brikettfabrik
1 1855 1859 1904 510
2 1873 1875 1972 648 1904 -1973
3 1924 1933 1972 648
maximale Förderung 382174 t 1970
durchschnittlich 200000 - 300000 t/a
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