Zeche Admiral in Dortmund-Wellinghofen

1910 - 1925


Admiral Übersicht


Die Zeche Admiral ist ein Beispiel für eine Fehlinvestition. Sie hatte ältere Vorgänger, die zum Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme schon jahrzehntelang außer Betrieb waren. Hier standen noch Kohlen unter den Stollensohlen an. Dabei waren die bauwürdigen Flöze überwiegend nur ca. 70 cm dick. Nur die Flöze Finefrau (1 - 1,2 m) und Mausegatt (1,7 m) lagen darüber. Sie machten aber weniger als 20% der Gesamtvorräte aus. Daher wurden 1920 die nördlich gelegenen Clarenbergfelder und die Zeche Bickefeld erworben. Durch die ausgesetzten Vorrichtungsarbeiten (um die Förderung zu halten) während des 1. Weltkriegs und der folgenden Inflation konnte die erhoffte Rentabilität nicht hergestellt werden und schon 1925 endete der Betrieb.
Die Vorgängerbetriebe Niederhofen und Nicolaus I konsolidierten 1910 zu Admiral.


Admiral

Elisabeth

Marienberger Erbstollen
Ab 1910 wurde eine neue Tiefbauanlage gebaut, die ab 1912 förderte. Da die anstehendeden Eßkohlen auch für das Verkoken geeignet waren bestanden für eine kurze Zeit eine Brikettfabrik und eine Kokerei, die wegen des 1. Weltkriegs erst ab 1920 produktiv waren. Nach 1920 begann der Anschluss des nördlich angrenzenden Feldes der Zeche Clarenberg, da sich die eigenen Vorräte als zu gering erwiesen. Durch die Ruhrbesetzung 1923 verzögerte sich die Ausrichtung erheblich. Als klar wurde, dass ein rentabler Betrieb nicht möglich war kaufte 1925 die Rheinische Stahlwerke AG die Zeche und legte sie still, um ihr Beteiligungsziffer am Kohlesyndikat zu erhöhen. Die Kokerei wurde wegen erhöhter Koksnachfrage von einer Fremdfirma bis 1928 weiter betrieben. Die benötigte Kohle lieferte die Wattenscheider Zeche Centrum.
Die Zechenwerkstätten wurden bis 1967 von einem Bergbauzulieferer genutzt. Im 2. Weltkrieg wurden auf dem restlichen Gelände Polizeiregimenter für den Kriegseinsatz ausgebildet, bis 1957 "normale" Polizisten. Daneben wohnten hier ausgebombte Polizeibeamte aus Schlesien mit ihren Familien bis Anfang der 1970er Jahre. Solange war hier auch die Pferdestaffel der Polizei stationiert. Der TuS Wellinghofen (1964 Deutscher Meister im Feldhandball) bestritt lange seine Heimspiele auf dem Gelände. Heute sind hier Grünflächen, Sportanlagen und Wohnbebauung. Die Werkstätten mit einem angrenzenden Neubau nutzt eine Heizungsbaufirma. Beide Schächte liegen auf dem Betriebsgelände.
Die Förderung lag bei 100000 - 130000 t/a mit dem Maximum von 148171 t 1922. Die Zeche Admiral ist ist ein Beispiel für die Unrentabilität der Südzechen, wobei sich hier die späte Konsolidation auswirkte. Ein früherer Beginn hätte vielleicht bessere Ergebnisse erzielt. Umliegende Zechen hatten zu dieser Zeit bei ähnlichen geologischen Bedingungen massive Probleme. Hier waren die Betriebsanlagen i.d.R. überaltert.

Übersicht Schachtdaten Admiral

Schacht Teufbeginn Inbetriebnahme Stilllegung max. Teufe (m) Kokerei/Brikettfabrik
1 1910 1912 1925 120 B: 1912 - 1916
2 1910 1911 1925 120 K: 1914 -1915/1920 - 1928
w (Clarenberg) 1921 1921 1925 50  


maximale Förderung 148171 t 1922
durchschnittlich 100000 - 130000 t/a


Bickefeld 1

Bickefeld 2
Die Zeche Bickefeld in Dortmund-Hörde war seit 1734 in Betrieb baute ab 1754 im Stollen ab. Sie war 1754 und 1755 die größte im Amt Hörde mit gerade mal 15 Bergleuten. Schon 1771 endete der Betrieb. 1786 wurde eine neuer Stollen aufgefahren, der 1796 wieder außer Betrieb war. Erst 1830 mit der Konsolidation mehrerer kleiner Stollenbetriebe entstand die spätere Tiefbauanlage. Der erste Wasserhaltungs- und Förderschacht ("Kunstschacht") lag an der Hermannstraße. Dort wurde 1837 sehr früh Koks produziert. Auch der ersterVersuch im Ruhrbergbau mit pressluftbetriebenen Handbohrgeräten zu arbeiten fand auf Bickefeld statt (1852).
1849 übernahm der Schacht 1 die Förderung. Schon 1873 wurde der Betrieb in diesem Bereich aufgegeben. Ab 1867 war weiter östlich der auch Neu-Bickefeld genannte Schacht 2 als Förderanlage entstanden. Die Förderung stagnierte bei 100000 bis 120000 t/a. Gründe dafür waren u.a. zwei Grubenbrände 1882 und 1884, für deren Eindämmung die Grubenbauten zum Teil geflutet wurden. Zur Fördersteigerung wurde ab 1893 das aufgegebene Westfeld wieder aufgeschlossen und gesümpft. 1898 wurde mit dem Erwerb der Berechtsame von Clarenberg das Grubenfeld von 8,7 km² auf 9,8 km² vergrößert. Als 1903 die Förderung im Westfeld wieder anlief waren erhebliche Schulden durch diese unrentable Unternehmung aufgelaufen. 1904 erwarb die Gewerkschaft Graf Bismarck die Zeche und legte sie still. Der einzige Grund war die Erhöhung der Beteiligungsmenge am damaligen Kohlesyndikat. Ein Teil der östlichen Berechtsame ging an die Zeche Margarethe in Dortmund-Sölde, der Rest 1920 an Admiral.
Um 1836 erfolgte auch ein Abbau im Feld der Zeche Ver. Himmelfarth & St. Martin. In der Nähe eines Luftschachts dieser Zeche wurde 1868 der Luftschacht an der Apollostrasse abgeteuft. Die Betriebsfläche am Schacht 1 ging in der Hermannshütte (Hösch) auf und liegt heute am Phönixsee. Am Schacht 2 befindet sich heute ein Gewerbegebiet. Der Schacht ist am Revisionsdeckel zu erkennen.

Clarenberg
Die Zeche Clarenberg (auch mit Zusatz Erbstollen) ist eine der ältesten im Raum Dortmund. Schon für 1481 sind Belege für Kohlenabbau, der wohl eher ein Kohlegraben war überliefert. Von 1735 - 1738 wurde ein Stollen angelegt, der kontinuierlich nach Süden vorgetrieben wurde. Aus vielen kleinen Schächten wurde gefördert und 1793 war Clarenberg mit 5800 t Förderung eine der "Großzechen". 1833 war der Stollen ca. 1500 m lang und an seinem Ende wurde der Schacht Meyer abgeteuft, der den Beginn des Tiefbaus markiert. Bis zum Abbauende 1851 lag die Förderung bei 15000 - 35000 t/a. Die Berechtsame ging 1898 an die Zeche Bickefeld Tiefbau.
Begonnen wurde der Betrieb als "Glückliche Louise" schon 1778. Es folgte aber kein nennenswerter Abbau. Ab 1779 gab es eine weitere Mutung "Louisenglück Nordflügel Nr. 1". Auch hier gab es keinen nennenswerten Abbau, aber Streitigkeiten wegen der Grubenfelder. 1821 wurde das dazwischen liegende Feld als "Diana" gemutet. Alle drei wurden 1828 zu "Vereingte Louise" konsolidiert. Wegen weiteren Streitigkeiten konnte erst 1843 der Betrieb aufgenommen werden.

St. Martin
Die Stollenzeche St. Martin hatte eine sehr ungewöhnliche Geschichte. 1764 war die Mutung erfolgt. Bevor der Abbau begann machte das Oberbergamt das Anlegen eines Erbstollens zur Auflage. Möglicherweise sollte so einer Kohlengräberei ohne langfristige Perspektive vorgebeugt werde. Etwas weiter westlich war dies der Fall. Ab 1766 wurden danach im Erbstollen angetroffene Flöze zum Abbau verliehen - wie damals üblich als Längenfelder. Damit konnte jeweils ein Flöz in gesamter Länge abgebaut werden. Hier lagen die fast ungestörten Flöze auf einem flachen Sattel, der bis zum Nachbarort Aplerbeck reichte. Damit ergab sich ein für die damaligen Verhältnisse riesiges Feld. Keine andere Stollenzeche im Hörder Revier reichte annähernd daran. Dazu kam noch ein Flöz mit 2,4 m Mächtigkeit. Der Betrieb war sehr profitabel und der Absatz ging zum großen teil an die Saline in Königsborn. 1826 endete der Betrieb.
Eine weitere Stollenzeche St. Martin und Himmelfahrt wurde 1779 gemutet. Ein Betrieb fand möglicherweise in kleinem Umfang von 1788 bis 1798 statt.
Bei Längenfeldern kam es oft zu Streitigkeiten, da ein Flöz auch mehrfach gemutet wurde. Dies geschah 1782 mit der Mutung des Flözes St. Martin Nr.4 durch die Zeche Himmelfahrt. Im Jahr 1800 wurde die Doppelmutung klar und es kam zu einem Rechtsstreit. Das Urteil sprach beiden Kontrahenten das begehrte Feld zu gleichen Teilen zu. Ein Abbau durch Himmelfahrt scheint nicht stattgefunden zu haben. Erst 1823 betrieben beide Gewerkschaften als Vereinigte Himmelfahrt & St. Martin Nr.4 einen gemeinsamen Abbau, der über der Stollensohle endete.
Die drei Stollenzechen konsolidierten unter der Stollensohle 1830 zur Zeche Bickefeld. Deren geringer wirtschaftlicher Erfolg hat wohl auch mit den vorher abgebauten profitablen Kohlevorräten zu tun. Dies gilt dann auch für die Zeche Admiral, die nur noch Restvorräte vorgefunden hätte.

Übersicht Schachtdaten Bickefeld

Schacht Teufbeginn Inbetriebnahme Stilllegung max. Teufe (m) Brikettfabrik
Kunstschacht 1832 1833 1873 341  
1 1847 1849 1973 341  
2 (Martin) 1867 1869 1904 76 1895 - 1904
Wetterschacht 1 1868 1968 1904 140  
Wetterschacht 2 1871 1971 1904 115  


maximale Förderung 174351 t 1903
durchschnittlich 100000 - 150000 t/a


Bickefeld
Schachtabdeckungen Bickefeld

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