Zeche Wolfsbank in Essen-Borbeck

1575 - 1960



Die Zeche Wolfsbank hatte sehr alte Vorgängerbetriebe. Von 1575 bis 1800 wird eine Stollenzeche am Hof Wollf erwähnt. Das abgebaute Flöz (damals Bank genannt) mit dem Hof ergeben den späteren Zechennamen Wolfsbank. Der Betrieb ruhte teilweise Jahrzehnte lang. Etwa 1820 wurde ein Tiefbau angestrebt, der vom Bergamt Essen erst 1838 erlaubt wurde. 1899 wurde die Schachtanlage Neu-Wesel übernommen und 1954 die Schachtanlage Carolus Magnus. 1960 ging die Anlage im Verbund mit Sälzer-Amalie auf. Dieser wurde wegen der fehlenden langfristigen Perspektive aller Kruppzechen eingeleitet und endete in der geregelten Stilllegung 1966. Die Schachtanlage bewirkte zwar eine Entwicklung des Essener Stadtteils Borbeck, war aber nicht so prägend wie die Zeche Amalie für Essen-Altendorf. Die Betriebsflächen waren kleiner und es entstanden keine größeren Zechensiedlungen.


Der erste Schacht der Zeche Wolfsbank war typisch für eine frühe Tiefbauanlage. Die Betriebsfläche war klein, die Förderung bei 25000 t/a. Da der Schacht später nur zur Bewetterung diente und keine Kokerei existierte ist die Fläche komplett überbaut. Eine Hinweistafel an einem Verbindungsweg erinnert an den Schacht. Er wurde mit einer Betonabdeckung, auf der eine Revisionsöffnung sitzt verschlossen. Diese liegt für Inspektionen zugänglich zwischen zwei Gärten. Die kleine Halde wurde komplett abgetragen. Zeitweilig bestand eine Pferdebahn zum Schacht Wolfsbank 2 (1856 - maximal 1884 mit der Fördereinstellung).

Die nahe am Borbecker Zentrum gelegene Anlage 2/3 war stärker prägend für den Stadtteil, allein durch die deutlich größere Betriebsfläche und längere Laufzeit. Sie war insgesamt eine mittelgroße Zeche. Nach der Stilllegung entstand ein Gewerbegebiet unter Nutzung einiger Zechenbauten. Randlich im Bereich der Zechenhalde entstand Wohnbebauung. Schacht 2 mit seiner Protegohaube liegt in einem Grünstreifen an der Erschließungsstraße, Schacht 3 - auch mit Protegohaube - am Rand eines Betriebsparplatzes. Beide sind gut einsehbar. Die lang gestreckte Zechenkolonie mit den für diesen Typ kleinen Häusern ist teilweise erhalten (Pockweg).

Direkt am Schloß Borbeck lag die Zeche Neu-Wesel. Sie stand unter keinem guten Stern. Nach nur 15 Jahren brannte 1858 das Schachtgebäude ab. Damals waren alle Einbauten aus Holz. Erst nach der Verwendung von Gusseisen, das ab etwa 1870 die nötige Qualität erreichte wurde die Situation sicherer. Als Folge des Brandes soff der Schacht ab. Als er ab 1872 wieder aufgewältigt wurde stürzte er ein und konnte erst 1873 wieder in Betrieb gehen. 1889 endete die Eigenständigkeit mit der Übernahme durch Wolfsbank, die den Schacht zur Bewetterung bis 1929 nutzte und danach abwarf.
Heute stehen Wohnhäuser und Geschäftshäuser auf der Betriebsfläche. Der Schacht auf einem Parkplatz ist am Revisionsdeckel erkennbar. Der Wetterschacht liegt auf einem weiteren Parkplatz und hat ebenfalls einen Revisionsdeckekel. Der Name der Zeche geht auf die Gewerken zurück, die aus Wesel stammten und damit ihr finanzielles Engagement kenntlich machten. Die Fördermenge lag bei 30000 - 100000 t/a.
Der Schachteinsturz wirkt sich bis heute aus. Vor einigen Jahrzehnten wurde der Schacht mit einer Betonabdeckung 5 m unter Geländeniveau auf der Schachtausmauerung neu gesichert. 2012 wurden weitere Betoninjektionen nötig, da noch immer keine Standsicherheit gegeben war.

Ursprünglich war der Schacht Lorchen nur als Schürfschacht für den Kohlenachweis geteuft worden. Dabei traten große Probleme mit Wasserzuflüssen auf wie später auch beim Schacht Carolus Magnus 1. Er wurde dann doch zur Förderanlage, da die Gewerkschaft Constantin der Große angrenzend Kohle gemutet hatte. Diese hatte keinen Schacht und bis zu ihrer Übernahme 1872 wurde ihre Förderung im Schacht Lorchen gehoben. 1852 fanden erstmals im Ruhrgebiet Versuche zur Kokserzeugung in englichen Bienenkorböfen statt, die aber wieder aufgegeben wurden. Der Schacht war 1890 in einem so schlechten Zustand, dass die Förderung eingestellt wurde. 1895 wurde er verfüllt.
Heute befinden sich Wohnhäuser auf dem Betriebsgelände. Der Schacht mit Protegohaube liegt in einer Garagenanlage.

Die Zeche Carolus Magnus war eine der kleineren Zechenanlagen. Der Name ist die lateinische Form von Karl dem Großen. Sie lag im damals fast menschenleeren Emscherbruch, der durch die von ihr verursachten Bergsenkungen erheblich versumpfte. Die lukrativen Kohlevorräte (Fettkohle zur Verkokung) waren schon 1930 erschöpft, womit etwa 25% der Fördermenge ausfiel. Im 2. Weltkrieg wurde die Anlage stark zerstört und bis 1951 wurden nur noch Restvorräte abgebaut. Ab 1954 übernahm Wolfsbank die Schächte 1 und Catho, die sie noch bis 1962 bzw. 1958 als Außenschächte nutzte. Die eigene Förderung lag bei 200000 - 300000 t/a mit dem Maximum 409190 t 1929. Heute befindet sich hier ein Gewerbegebiet. Die Schächte sind nicht frei zugänglich und haben offenbar keine sichtbaren Spuren hinterlassen.

Übersicht Schachtdaten

Schacht Teufbeginn Inbetriebnahme Stilllegung max. Teufe (m) Kokerei
Wolfsbank 1 1938 1844 1896 226  
Wolfsbank 2 1850 1860 1966 756 1879 - 1966
Wolfsbank 3 1901 1904 1966 975  
Neu-Wesel 1 (Louise) 1841 1843 1929 569  
Neu-Wesel 2 (w) 1844 1844 1859 100  
Schacht Lohrchen 1841 1848 1895 230  
Carolus Magnus 1 1864 1869 1962 887 1906 - 1930
Carolus Magnus 2 (Catho) 1891 1893 1958 707  
Carolus Magnus 3 1925 1926 1951 707  


maximale Förderung 665705 t 1937

durchschnittlich 300000 - 400000 t/a



Schacht Wolfsbank 1

Schacht Wolfsbank 2

Schacht Wolfsbank 3

Schacht Neu Wesel

Betoninjektion

Schacht Lorchen

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